*** ABGESAGT *** Fensterpfosten: Grisey
Foto: Daniel Dittus

3. Pro-Log-Konzert

*** ABGESAGT *** Fensterpfosten: Grisey

So, 19.04.2020 17:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

»Kunst ist das Fenster, durch das der Mensch seine höhere Fähigkeit erkennt.« (Giovanni Segantini)

Lesen Sie den Text »Ewige Einblicke und andere Aussichten« zu unserer Saison 19/20 von Alexander Meier-Dörzenbach.

 Der Spielbetrieb  in Elbphilharmonie und Laeiszhalle wird aufgrund der aktuellen Corona-Situation ab Freitag, den 13.3. bis zum 30.4. eingestellt. Mehr Infos

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Gérard Grisey Quatre chants pour franchir le seuil (1998) für Sopran und 15 Instrumente

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Sylvain Cambreling Dirigent

Katrien Baerts Sopran

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Kennen Sie Spektralmusik? Wollten Sie sich schon immer mal auf die Suche nach dem echten Wesen eines Klangs machen? Und bedeutet für Sie Musik mehr als die Aneinanderreihung von Akkorden und Melodien? 

Sylvain Cambreling, Chefdirigent der Symphoniker Hamburg, leitet und moderiert das 3. Pro-Log-Konzert am 19. April 2020 um 17 Uhr in der Laeiszhalle: In seinem letzten großen Werk „Quatre chants pour franchir le seuil“ widmet sich Gérard Grisey (1946-1998), der Erfinder der Spektralmusik, dem Überschreiten der Schwelle zwischen Tag und Nacht, Leben und Tod. Nahezu eine Dreiviertelstunde hypnotische Musik – veredelt von der Sopranistin Katrien Baerts. 

Grisey selbst beschrieb seine Arbeit einmal so: „Die verschiedenen Prozesse, die bei der Veränderung eines Klanges in einen anderen oder einer Klanggruppe in eine andere auftreten, bilden die eigentliche Basis meiner Schreibweise, die Idee und den Keim jeder Komposition.“ Übrigens bevorzugte er die Bezeichnung „musique liminale“, was so viel heißt wie „Schwellenmusik“: Das Hören könne, sobald es eine Schwelle überschreite, in „ein anderes Hören“ umschlagen… 

Es geht, so erleben wir ganz sinnlich, um den Klang an sich, nicht nur um so etwas wie den Wohlklang. Es geht um die der Musik immanenten Widersprüche, um ein Schweben zwischen Kon- und Dissonanz. Gérard Grisey, der große Worte („wir stehen dem Unerhörten gegenüber“) nicht scheute und der musikalischen Tradition den Kampf ansagte, wusste dieses Prinzip gesellschaftstheoretisch einzubetten: Er sah den Künstler in der Pflicht, sich den Zumutungen von ständigem Geräusch, Überinformation und fragmentarischer Weltwahrnehmung zu entziehen – und diese (heute sogar noch verstärkten) Phänomene zugleich mit künstlerischen Mitteln zu reflektieren.

Geboren wurde Gérard Grisey am 17. Juni 1946 im französischen Belfort. Schon früh versuchte er sich im Komponieren, studierte in Trossingen und Paris – etwa bei Olivier Messiaen und Henri Dutilleux. Außerdem erhielt er Unterricht von György Ligeti und Karlheinz Stockhausen, sprach sich gegen die damals viel beachtete serielle Musik aus und gründete 1973 mit befreundeten Komponisten die Gruppe „L’Itinéraire“. (Das „Ensemble l’Itinéaire“ spielte im März 1976 unter der Leitung von Boris de Vinogradov in Paris die Uraufführung von „Partiels“, des dritten Teils aus dem Zyklus „Espaces acoustiques“.) Später lehrte er in Berkley und Paris und starb am 11. November 1998 unerwartet an einer Aneurysma-Ruptur.

 Beim Besuch vom 8. Symphoniekonzert  erhalten Sie für das 3. Pro-Log-Konzert ermäßigte Tickets zum Preis von 5 € statt 15 € (+VVK). Bitte geben Sie hierzu beim Ticketkauf „Besucher Symphoniekonzert“ in dem Menüpunkt „Ermäßigung wählen“ ein.

Partner:

Hubertus Wald Stiftung

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