Cumulus

4. Morgen Musik

Cumulus

So, 08.05.2022 11:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.« Lesen Sie den Text »Irisierende Farbwellen und weiße Stille« zu unserer Saison 21/22 von Alexander Meier-Dörzenbach.

Kodály Nyári este (Sommerabend) – für Kammerorchester

Kodály Psalmus Hungaricus – für Tenor, Chor und Orchester op. 13

Schumann Symphonie Nr. 1 B-Dur op. 38

Gergely Madaras Dirigent

István Horváth Tenor

EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ (Ltg. Joshard Daus)

Wie die sanfte Klage eines Hirten inmitten einer ungarischen Landschaft beginnt Zoltán Kodálys 1906 komponiertes Orchesterpoem „Sommerabend“. Und dessen „Psalmus Hungaricus“ von 1923, in dem Kodály die 1561 entstandene Übersetzung des 55. Psalms durch die Hand des ungarischen Predigers Mihály Kecskeméti vertont, trägt seine ungarische Herkunft sogar im Titel. »Wenn ich die alte ungarische Literatur nicht studiert hätte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dieses Werk zu komponieren«, sagte Kodály einst. »Kein ungarischer Komponist kann produktiv sein, der die lebendige musikalische Überlieferung nicht in sich aufnimmt, in sich zum Aufblühen bringt und sie auf seine Weise fortsetzt.« Und bei den ungarischen Interpreten Gergely Madaras und István Horváth sind beide Werke in authentischen Händen.

In kaum einem anderen Werk Schumanns blüht es so frohgemut wie in seiner Ersten, der sogenannten »Frühlingssymphonie«. Schon die Biografie verweist auf frohe Anlässe allüberall: Kurz zuvor entstand sein Liederzyklus „Liebesfrühling“, eine Sammlung von Liedern, die Robert und Clara gleichzeitig komponierten und als Ausdruck ihrer Liebe gemeinsam veröffentlichten. Darüber hinaus erhielten die Eheleute Schumann die frohe und lang erhoffte Kunde, dass ihnen bald ein Kindersegen ins Haus stünde. Ein besserer, frühlingshaft-fröhlicher Konzertabschluss an diesem Maimorgen ist schwer denkbar.

Des Regenbogens bewegliche Habe
Schenkte ich Lilith zur Morgengabe,
Womit sie schwebend den Raum erfüllt,
Sich in farbenwechselnde Schleier hüllt.
Sie mag im Spiel sich mit ihm freuen,

Zu Seifenblasen ihn verstreuen,
Und aus den bunten Farbenspiegeln
Ahnend ein Künftiges entsiegeln,
Um ihre wechselnden Gestalten
Kann nichts verwelken, nichts veralten.


Isolde Kurz (1853–1944)