Drehfenster: Prokofjew und Tschaikowsky
Foto: Nikolaj Lund

10. Symphoniekonzert

Drehfenster: Prokofjew und Tschaikowsky

So, 21.06.2020 19:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Kunst ist das Fenster, durch das der Mensch seine höhere Fähigkeit erkennt.« (Giovanni Segantini)

Lesen Sie den Text »Ewige Einblicke und andere Aussichten« zu unserer Saison 19/20 von Alexander Meier-Dörzenbach.

 Verkaufsstart  Abos ab 12. April (11 Uhr), Einzelkarten ab 20. Juni (18 Uhr)

Sergei Prokofjew Sinfonia concertante op. 125

Peter Tschaikowsky Symphonie Nr. 4 f-Moll op. 36


Andris Poga Dirigent

Andrei Ioniţă Violoncello

Zwei russische Komponisten, zwei ganz individuell geartete Werke: Prokofjew galt als »Enfant terrible«, aber er suchte und fand den Ausgleich mit den Normen des »sozialistischen Realismus« – auch wenn er sie nicht immer bedingungslos befolgte. Seine bahnbrechende »Sinfonia concertante« vollendete er 1952 und widmete sie dem berühmten Cellisten Mstislaw Rostropowitsch – der bei Entstehung der Komposition kräftig mitgemischt hatte. Es ist ein doppelbödiges Werk, das nur vordergründig der seit Mozart weitgehend in Vergessenheit geratenen Gattung folgt – und besticht durch schwelgerische Episoden, rhythmische Prägnanz und folkloristische Elemente. 

Zum Abschluss dann die hochromantischen Klangwelten von Tschaikowsky, dessen Werke ebenfalls ständig kritisch beäugt wurden – zu seiner Zeit von der Komponistengruppe »Mächtiges Häuflein«. 1878 vollendete er seine wegweisende vierte Symphonie: Ein leidenschaftliches Bekenntniswerk und ein musikalisches Spiegelbild seiner Träume und Ängste – schließlich hatte er sich während der Komposition verzweifelt in eine kurzfristige und unglücklich endende Ehe geflüchtet, um qualvoll das Geheimnis seiner Homosexualität zu verbergen. Er meinte selbst über die »schicksalhafte« Symphonie, sie sei im Grunde »eine Nachbildung der 5. Symphonie Beethovens, das heißt nicht etwa in Bezug auf ihren musikalischen Gehalt, sondern der Idee nach«.

Gehen Sie vorbereitet in dieses Konzert! Olaf Dittmann und ein Orchestermitglied führen in der 30-minütigen Einführung mit Hilfe von Musikbeispielen in das Programm ein und berichten von der Probenarbeit. Der Eintritt ist für Konzertbesucher frei! – 18.00 Uhr Studio E (Bühneneingang)