Fensterbekrönung: Beethoven und Brücher
Foto: J. Konrad Schmidt

8. Kammerkonzert

Fensterbekrönung: Beethoven und Brücher

So, 14.06.2020 11:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal

Das Kammerkonzert-Abonnement

»Kunst ist das Fenster, durch das der Mensch seine höhere Fähigkeit erkennt.« (Giovanni Segantini)

Lesen Sie den Text »Ewige Einblicke und andere Aussichten« zu unserer Saison 19/20 von Alexander Meier-Dörzenbach.

 Verkaufsstart  Abos ab 12. April (11 Uhr), Einzelkarten ab 20. Juni (18 Uhr)

Ludwig van Beethoven Septett Es-Dur op. 20

Nikolai Brücher Auftragswerk zum Beethoven-Jahr 2020

Ludwig van Beethoven Streichquartett F-Dur op. 135


Adrian Iliescu Violine

Satoko Koike Violine

Bruno Merse Viola

N. N. Violoncello

Rafael da Cunha Kontrabass

Elmar Hönig Klarinette

Christian Ganzhorn Fagott

Péter Gulyka Horn

Ein Symphoniker-Beitrag zum Beethoven-Jahr 2020: Nikolai Brücher, Komponist und Notenbibliothekar des Laeiszhalle Orchesters, lässt sein Auftragswerk zum 250. Geburtstag des Altmeisters erklingen. Komplettiert wird der Abend mit zwei Werken Beethovens, die zu seinen bedeutendsten Kompositionen überhaupt zählen und zwischen denen ein Vierteljahrhundert liegt.

Das Es-Dur-Septett, Kaiserin Maria Theresia gewidmet, wurde 1800 uraufgeführt und zu Beethovens Lebzeiten so populär, dass es ihm lästig wurde. Dabei zeigt das frühe Werk bereits eindrucksvoll viele Facetten des gefeierten Komponisten: Ein großer motivischer Einfallsreichtum, breit angelegt im sechssätzigen Werk und meisterlich ausgeführt, dabei elegante Wiener Gepflogenheiten mit wild-aufbrausenden Passagen und brillanten Kadenzen mischend, wobei munter zwischen konzertierenden, kammermusikalischen und symphonischen Einflüssen gewechselt wird, ohne dass die manchmal trotzig-aufbrausende Handschrift des Bonner Komponisten verlorengeht. 

Diese Handschrift zeigt sich freilich auch in Beethovens letztem vollendetem Werk, dem F-Dur-Streichquartett von 1826. „Muss es sein? – Es muss sein!“ Dieser meist humoristisch interpretierte mehrdeutige Frage- und Antwortsatz findet sich in der Partitur des Finalsatzes wieder, der mit „Der schwer gefasste Entschluss“ betitelt ist. Ob es dabei wirklich um die geforderte Bezahlung eines Auftragswerks ging oder ob Beethoven doch etwas anderes andeutete – dem Streichquartett haftet ein trotzig-humorvolles Bekenntnis zum Leben an. Aber ein Mysterium bleibt es dennoch, dessen Geheimnis Beethoven ein Jahr später mit ins Grab genommen hat.