Goethes Grenzen und Gloria

1. Morgen Musik

Goethes Grenzen und Gloria

So, 27.09.2020 11:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

Das Morgen Musik-Abonnement Das Kombi-VH-MK-Abonnement

»Wenn alles still ist, geschieht am meisten« (Søren Kierkegaard)

Lesen Sie den Text »Bunte Stillleben in grenzenlosen Klangfarben« zu unserer Saison 20/21 von Alexander Meier-Dörzenbach.

Tickets

Brahms Alt-Rhapsodie op. 53, Nänie op. 82Gesang der Parzen op. 89

Poulenc Gloria FP 177

.

Joshard Daus Dirigent

Anke Vondung Alt

EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ

.

Selten hört man die Chorwerke von Johannes Brahms im Konzert. Dabei lässt sich der Komponist hier auf ganz eigenartige Weise in die Karten seiner Gefühlswelt schauen. Die Alt-Rhapsodie – nach dem Goethe-Text aus dessen Harzreise im Winter – ist so ein Stück. Im Sommer 1869 hatte sich Brahms in die 24-jährige Julie Schumann – die dritte Tochter von Clara Schumann – verliebt. Zu einem Tête-à-Tête zwischen den beiden kam es aber nicht. Der als verschlossen geltende Brahms offenbarte sich selbst seiner besten Freundin Clara nicht, so dass Julie bald nichtsahnend einen Grafen heiraten konnte. Seine starken Gefühle für die junge Frau überführte Brahms dafür gewissermaßen in die Teil-Vertonung des Goetheschen Sturm-und-Drang-Gedichtes voller Welt-Werther-Schmerz aus dem Jahr 1777.

Die nach den Worten Schillers komponierte Nänie – ursprünglich ein Klagegesang aus dem antiken Rom – wandelt Liebesschmerz in eine Ode an die Kunst als holde Trostspenderin um, während im letzten Chorwerk von Johannes Brahms, dem Gesang der Parzen (aus Goethes Iphigenie auf Tauris) von den Göttern die Rede ist, die letztlich das menschliche Leben doch nach ihrem ganz eigenen Gutdünken bestimmen.

Den drei weltlichen Chorwerken von Brahms steht ein geistliches Stück französischer Provenienz gegenüber. 1961 entstand für die Stiftung des genau zehn Jahre zuvor verstorbenen legendären Musikmäzenen, Dirigenten und Kontrabassisten Sergei Koussevitzky aus der Hand von Francis Poulenc dessen Gloria für Sopran, Chor und großem Orchester. Mächtig und mit viel Kirchenpomp hebt das Werk an – und scheint fast so etwas wie die guten alten royalistischen Zeiten zu beschwören. Volle Fortissimo-Akkorde werden vom Orchester in den Raum gestellt – als befände man sich in der Westminster Abbey anlässlich einer königlichen Hochzeit!

Das könnte Sie auch interessieren

Still(end)e Nächte

1. Kammerkonzert

Still(end)e Nächte

Laeiszhalle Hamburg

Violoncello-Gruppe der Symphoniker Hamburg

Werke von Bach, Wagner, Paganini und Pärt

Do, 01.10.2020 19:30 Uhr
»Wenn es nur einmal …«

1. Pro-Log-Konzert

»Wenn es nur einmal …«

Laeiszhalle Hamburg

 Vorkonzert zum 2. Symphoniekonzert 

Giacinto Scelsi Quattro Pezzi (su una nota sola) (1959)


Sylvain Cambreling Dirigent

So, 25.10.2020 17:30 Uhr
»... so ganz stille wäre«

2. Symphoniekonzert

»... so ganz stille wäre«

Laeiszhalle Hamburg

Sylvain Cambreling, Nicholas Angelich

Werke von Beethoven und Schubert

So, 25.10.2020 19:00 Uhr