Göttliche Abendröte

7. Symphoniekonzert

Göttliche Abendröte

So, 27.03.2022 19:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.« Lesen Sie den Text »Irisierende Farbwellen und weiße Stille« zu unserer Saison 21/22 von Alexander Meier-Dörzenbach.

Beethoven Missa Solemnis D-Dur Op. 123

Sylvain Cambreling Dirigent

Sarah Wegener Sopran

Marina Prudenskaya Alt

Robert Dean Smith Tenor

Franz-Josef Selig Bass

EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ (Ltg. Joshard Daus)

Gibt es ein größeres geistliches Musikwerk des 19. Jahrhunderts? Beethovens monumentale „Missa solemnis“ ist wohl die bedeutendste, jeden liturgischen Rahmen sprengende Messvertonung im deutschsprachigen Raum dieser Zeit. Er selbst sprach von seinem „grösten Werk, welches ich bisher geschrieben“. Sie ist ein persönliches Bekenntniswerk und übersetzt ein durch Aufklärung und Humanismus geläutertes Gottesverständnis in ein klangliches Geschehen. Diese gigantische Chorsymphonie hat einen der neunten Symphonie ähnlichen Schluss: Das Menschliche, der Humanismus siegen, wir hören den in Töne gegossenen Glauben an eine aus der individuellen Religiosität geborene bessere Welt. „Von Herzen – Möge es wieder – zu Herzen gehen“, schrieb Beethoven als Motto darüber. Dieses Werk war das erste, das Sir Jeffrey Tate im Januar 2017 in der gerade eröffneten Elbphilharmonie dirigierte. Nun nimmt sich Sylvain Cambreling, Sir Jeffreys Nachfolger als Chefdirigent, dieses Großwerk in seiner vierten Saison vor.

Den einen Fuß in Heiterkeit verloren,
Der andre stampft in Donner, Zorn und Krampf,
Bäumt sich der Bogen, seelenvoll geboren
Aus Schwanenlicht und fürchterlichem Dampf.

Die ungeheure Zwieheit ist begonnen.
Gott stößt sich ab, und spricht mit neuem Mund.
Und ist das Bunte tränenhaft zerronnen,
Gestiftet steht der alte erste Bund.

Franz Werfel (1890–1945)

Hubertus Wald Stiftung