Grenzbäume der Klassik

4. Morgen Musik

Grenzbäume der Klassik

So, 11.04.2021 11:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Wenn alles still ist, geschieht am meisten« (Søren Kierkegaard)

Lesen Sie den Text »Bunte Stillleben in grenzenlosen Klangfarben« zu unserer Saison 20/21 von Alexander Meier-Dörzenbach.

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Mozart Ouvertüre zu »Don Giovanni« KV 527

Rachmaninow Rhapsodie über ein Thema von Paganini op. 43

Brahms Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68

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Guy Braunstein Dirigent

Sunwook Kim Klavier

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„Klänge des Schreckens“ in d-Moll läuten die Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts berühmter Oper „Don Giovanni“ ein. Mozarts Interpretation des berühmten Don-Juan-Stoffes über den notorischen Frauenhelden, der letztlich für seine Sünden bestraft wird, wurde auch die „Oper aller Opern“ genannt. Die Ouvertüre, angeblich von Mozart erst in der Nacht vor der Premiere überhastet fertiggestellt, birgt die Essenz des ganzen „Dramma giocoso“: Lebenslust und Buße, freie Liebe und ernste Konsequenzen, Verbrechen und Strafe. Mozart kehrt die Opernhandlung in der Ouvertüre um: Steht am Beginn das düstere Komtur-Motiv, so wird dieses verdrängt von der sprudelnden, überschwänglichen Lebensfreude des Don Giovanni.

Sergei Rachmaninows Rhapsodie über ein Paganini-Thema wurde 1934 fertiggestellt – in einer Zeit, als sich die Neue Musik mit ihren radikalen Umwälzungen längst Bahn gebrochen hatte. Die Rhapsodie ist gleichsam ein letztes Aufleuchten der musikalischen Romantik, die der gereifte Rachmaninow in seinem Schweizer Exil zu Papier brachte. Zur in ihrer Grundgestalt simplen und darum effektiv variierbaren Paganini-Kadenz gesellt sich in der siebten der 24 Variationen die „Dies Irae“-Sequenz, die hier als „Pakt mit dem Teufel“ interpretiert werden kann und sich im Finale schließlich sogar durchsetzt. Bis dahin jedoch versetzen die originellen Motiv-Ideen Rachmaninows, die das Klavier in seiner ganzen Farbenvielfalt, romantischen Ausdruckskraft und Virtuosität in Szene setzen, in atemloses Staunen.

„Per aspera ad astra“: Diese Redewendung ist in Johannes Brahms‘ erster Symphonie Programm. Lange zögerte der Komponist vor dieser Königsgattung aller instrumental-musikalischen Formen zurück, erst 1876 wurde die Erste nach langen, mühsamen Vorbereitungen uraufgeführt. Die tiefe Ernsthaftigkeit und komplexe Verarbeitung der Hauptmotive stießen in der zeitgenössischen Kritik nicht nur auf Begeisterung; die Symphonie wurde damals „mehr geachtet und respektiert als geliebt“. Jedoch befreite sich Brahms mit diesem Werk nicht nur vom riesigen Schatten Beethovens, sondern transportierte die betrübte, grüblerische Grundstimmung im Finalsatz in ein warmes Leuchten in Dur, das schließlich nach all dem Dunkel umso heller erstrahlt. „Beethovens Zehnte“, wie Hans von Bülow mal süffisant bemerkte, ist Brahms‘ erste Symphonie nicht: Brahms findet ganz individuelle und nichtsdestoweniger geniale musikalische Lösungen in der inneren Logik dieses bedeutenden Werks.
 

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