Grenzen utopischer Freiheit – Frei entgrenzte Utopie

2. Morgen Musik

Grenzen utopischer Freiheit – Frei entgrenzte Utopie

So, 22.11.2020 11:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Wenn alles still ist, geschieht am meisten« (Søren Kierkegaard)

Lesen Sie den Text »Bunte Stillleben in grenzenlosen Klangfarben« zu unserer Saison 20/21 von Alexander Meier-Dörzenbach.

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Beethoven Bühnenmusik zu Goethes »Egmont« op. 84

Mahler Lieder aus »Des Knaben Wunderhorn«

Rihm Ernster Gesang mit Lied

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Sylvain Cambreling Dirigent

Marie Seidler Mezzosopran

Christoph Pohl Bariton

Hans Löw Sprecher

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Beethovens Schauspielmusik zu Goethes Egmont entstand 1810 – zwischen der Es-Dur-Klaviersonate »Les Adieux« und der Messe C-Dur. Ein unbekannter Rezensent des Jahres 1812 konstatierte angesichts dieser typisch dräuenden Schicksalsmusik: »Beethovens origineller Stil ist hier, wie in allen seinen Arbeiten, hervorleuchtend. Man erkennet seine Manier sogleich an den ersten Takten.« Egmont spielt während des Achtzigjährigen Krieges und schildert das Schicksal des niederländischen Grafen Egmont von Gavre. Egmont liebt die Freiheit seiner protestantischen Landstriche Belgien und Hollands, versucht aber gleichzeitig, es den spanischen Besetzern rechtzumachen. Letztlich scheitert Egmont an den inneren und äußeren Widersprüchen – und wandert in den Kerker.

Viele Freiheiten nahm sich Gustav Mahler beim Vertonen einiger Nummern aus der Volkslieder-Sammlung Des Knaben Wunderhorn, die Clemens Brentano und Achim von Arnim zwischen 1805 und 1808 in fast tausendfacher Zahl zusammentrugen. Bei manchen Liedern verschmolz Mahler mehrere – teilweise sehr gegensätzliche – Texte und interpretierte den vermeintlichen »Inhalt« der Lieder jeweils virtuos individuell, bisweilen brutal explizit oder humoristisch leichtfüßig: Liebe, Tod, Natur – und nicht zuletzt: die vermeintlich unberührte Kinderwelt auf dem Lande.

Der freiheitsliebende Wolfgang Rihm – in den Jahrzehnten seines Schaffens zwischen den Stilen wankend, zwischen Dissonanz und Wohlklang schwankend – setzt den »Ernst« sogar in den Titel seines Werkes hinein. Der Komponist selbst schrieb über seinen Ernsten Gesang mit Lied: »Als ich das Stück in den letzten Tagen des Jahres 1996 in Badenweiler aufschrieb, war ich brahmsreich und brahmsarm zugleich. Die Nachklänge, die erinnerten Konstellationen verschwanden, wenn ich sie berühren wollte oder in eine Konkretion zwingen. Ihr Aufscheinen ist also immer auch zugleich ihr Verschwinden. Zurück bleibt ein Ton-Fall: die Wendung, die zwischen Ankunft und Abschied sich neigt.«
 

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