Jenseitshoffnung
Foto: Maciej Zienkiewicz

2. Symphoniekonzert

Jenseitshoffnung

So, 09.10.2022 19:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Auf Flügeln des Gespräches« – Spielzeit-Essay von Alexander Meier-Dörzenbach.

Jacek Kaspszyk Dirigent

Sarah Wegener Sopran

R. Strauss Vier letzte Lieder

Weinberg Symphonie Nr. 21 op. 152 – »Kaddish«

Richard Strauss stand nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs denkbar nah am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Die Tantiemen-Ausschüttung für die Aufführungen seiner Werke im Ausland war politisch ausgesetzt worden. Trotz hinzukommender gesundheitlicher Einschränkungen schrieb Strauss in dieser Zeit viele Briefe, um die zukünftige finanzielle Sicherheit seiner Familie zu gewährleisten und entsprechende Netzwerkarbeit zu erledigen. 1948 bat Sohn Franz seinen Vater: »Papa, lass das Briefeschreiben und das Grübeln, das nützt niemandem. Schreib lieber ein paar schöne Lieder.« 

Zwar antwortete Strauss nicht auf die lieb gemeinte Aufforderung, doch wandte er sich tatsächlich seinen »Vier letzten Liedern« zu, indem er drei Texte von Hermann Hesse sowie ein Gedicht Joseph von Eichendorffs vertonte; herrlich schwärmerisch, orchestral-saftig, leidenschaftlich-verflochten. 

Zu Beginn des Konzerts also die »Vier letzten Lieder« eines Mannes (Strauss), dessen Sorgen fast als »Luxusprobleme« erscheinen, und danach die allerletzte Symphonie eines Mannes, der die Shoa zwar überlebte, sich aber doch bis zuletzt in Russland unwohl fühlte: Mieczysław Weinbergs jüdische Familie war im Zweiten Weltkrieg zum Großteil ermordet und fast gänzlich ausgelöscht worden. Und so ist Weinbergs Symphonie Nr. 21 (1992) überschrieben mit dem wichtigsten Gebet des jüdischen Glaubens: »Kaddish«. Eine Symphonie des Rückblicks, der Innigkeit – mit eingeflochtenen Zitaten aus Chopins Ballade Nr. 1 g-Moll (die übrigens auch in Polanskis Film »Der Pianist« eine entscheidende Rolle spielt).

 Einführungsveranstaltung  Olaf Dittmann führt 45 Minuten vor diesem Konzert in das Programm ein. Der Eintritt ist für Konzertbesucher frei! Die Einführungsveranstaltung findet im Großen Saal der Laeiszhalle statt und dauert 20 bis 25 Minuten. Bitte betreten Sie die Halle durch den Haupteingang und nehmen Sie rechtzeitig Ihre für das Konzert gebuchten Plätze ein.

Hubertus Wald Stiftung