Kammerkonzert

8. Kammerkonzert

Kammerkonzert

Do, 11.05.2023 19:30 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal

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»Auf Flügeln des Gespräches« – Spielzeit-Essay von Alexander Meier-Dörzenbach.

Blechbläser-Ensemble der Symphoniker Hamburg

Scheidt Galliarda Bataglia (arr. Frigyes Varasdy)

Holborne Suite (arr. Manuel Mischel)

Mozart Ave verum corpus

Ewald Quintet No. 1

Koetsier Brass Quintet opus 65

Bernstein Make our Garden grow (aus „Candide“)

Nagle Jive for Five

Roberts Junk Man Rag

Ein furioser Trip durch die Jahrhunderte – mit einem Blechbläser-Ensemble aus unserem Orchester: Eingeleitet von einer frühbarocken Kriegserklärung aus der Feder Samuel Scheidts treffen wir auf eine Suite von Anthony Holborne. Dieser war Ende des 16. Jahrhunderts ein absoluter Promi seiner Zeit – und kam gleichzeitig in den Verdacht, ein Scharlatan zu sein, da er behauptet hatte, als Privatmusiker für die Königin Elisabeth I. zu arbeiten. 1602 starb er in London, angeblich an einer Erkältung.

Nach einer der wohl herrlichsten Melodien Mozarts – seinem innig-sakralen »Ave verum corpus« – hören wir das erste Bläser-Quintett von Viktor Ewald (1860–1935), einem »Teilzeit-Komponisten«, der zwanzig Jahre lang als Professor für Zivilingenieurwesen in Sankt Petersburg arbeitete. Komponieren war nur sein Hobby, was seine Musik nicht weniger interessant macht!

Weiter geht die Reise – und wird immer jazziger, tänzerischer, wilder. Am Ende steht ein Ragtime des US-Amerikaners Luckey Roberts (1887–1968), der riesige Hände gehabt haben muss. Schließlich gilt er als einer der Begründer des »Stride-Piano-Stils«, bei dem die linke Hand extrem weite Akkordgriffe in der Mitte des Klaviers und ergänzend dazu stämmige Oktaven im Bass zu platzieren hat. Das macht die ganze Angelegenheit fülliger – aber auch herrlich haarig!