Lichtjahre

8. Kammerkonzert

Lichtjahre

Do, 09.06.2022 19:30 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal

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»Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.« Lesen Sie den Text »Irisierende Farbwellen und weiße Stille« zu unserer Saison 21/22 von Alexander Meier-Dörzenbach.

Ravel Le Tombeau de Couperin (arr. für Bläserquintett von Mason Jones)

Villa-Lobos Assobio a jato

Glinka Trio pathétique d-Moll

Ligeti Sechs Bagatellen für Bläserquintett

Martinů Trio für Flöte, Cello und Klavier

Symphonisches Bläserquintett:

Susanne Barner Flöte

Marc Renner Oboe

Elmar Hönig Klarinette

Christian Ganzhorn Fagott

Péter Gulyka Horn

Eugene Lifschitz Violoncello

Vladimir Lavrinenko Klavier

Einen lichtdurchfluteten Bogen schlägt dieser Konzertabend mit Werken des 19. und 20. Jahrhunderts: Maurice Ravels „Le Tombeau de Couperin“ entzieht sich einer genauen stilistischen Zuschreibung. Der reichhaltige, formverändernde Farbenfluss zeugt von der einzigartigen Musiksprache des Komponisten: mal elegant, klassizistisch und formwahrend, mal bitonal und avantgardistisch, mal bunt-impressionistisch. „Ich bin Anarchist“, bekannte Ravel einst selbst mit Bezug auf seinen Stil. Luftig wird es im „Assobio al jato“ des bedeutenden brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos: Darin hat er den „Flug eines Düsenjets“ vertont, wie der Titel wohl trefflich zu übersetzen wäre. Entsprechend kraftvoll erheben sich die Flötenklänge in höchste Höhen und werden vom Cello nur mühsam geerdet.

Das „Trio pathetique“ von Michail Glinka, dem „Vater der russischen Klassik“, ist vom italienischen Belcanto und einer persönlichen Lebenskrise Glinkas geprägt. Man erahnt Anflüge der melancholischen russischen Seele im Largo, das von tiefer Verzweiflung geprägt ist. Mehr Lebenslust zeigt Bohuslav Martinůs Trio für Flöte, Cello und Klavier: Es erklingt lebhaft und vital und lässt die fruchtbare Nähe zur tschechischen Volksmusik trotz seiner modernen Tonsprache stets deutlich erkennen. Von folkloristischen Stimmungsbildern sind auch György Ligetis Sechs Bagatellen für Bläserquintett geprägt, die noch zum Frühwerk des Komponisten gehören und von schierem Einfallsreichtum und überraschender Abwechslung zeugen.

Sah er auch den Regenbogen,
Ostenwärts, den Regenbogen,
Hauchte: »Was ist das, Nokomis?«
Und Nokomis sprach, die Gute:
»Dieses ist der Blumenhimmel;
Alle Blumen rings im Forste,
Alle Lilien auf der Steppe,
Wenn sie welkten auf der Erde,
Blühn in jenem Himmel ob uns!«


Henry Wadsworth Longfellow (1807–1882)