Seelische Grenzsteine

2. VielHarmonie-Konzert

Seelische Grenzsteine

Do, 11.02.2021 19:30 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Wenn alles still ist, geschieht am meisten« (Søren Kierkegaard)

Lesen Sie den Text »Bunte Stillleben in grenzenlosen Klangfarben« zu unserer Saison 20/21 von Alexander Meier-Dörzenbach.

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Bartók Tanzsuite Sz 77

Weinberg Trompetenkonzert B-Dur op. 94

Tschaikowsky Symphonie Nr. 4 f-Moll op. 36

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Sylvain Cambreling Dirigent

Sergei Nakariakov Trompete

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Eine echte Entdeckung ist das in den 1960er-Jahren entstandene Trompetenkonzert von Mieczysław Weinberg. Auch wenn sein Name nicht gerade geläufig ist: Weinbergs Bedeutung für die Musik des vergangenen Jahrhunderts ist groß; nicht nur sein Freund und Mentor Dmitri Schostakowitsch respektierte und verehrte Weinberg als Gleichgesinnten und gleichrangigen Komponisten. Aus polnisch-jüdischer Familie stammend, entkam Weinberg mehrfach antisemitischen Pogromen und dem Zugriff der Nationalsozialisten nur knapp, ein Großteil seiner Familie wurde ermordet. Er floh schließlich in die Sowjetunion und wurde dort ein anerkannter und gefeierter, zwischenzeitlich aber auch von der Obrigkeit geächteter Komponist. Unter der Leitung von Chefdirigent Sylvain Cambreling ist in Weinbergs Konzert, einer wahrlich furiosen Herausforderung, der unnachahmliche Trompeter Sergei Nakariakov zu erleben, der bereits im Martha Argerich Festival 2018 für Begeisterung sorgte. 

Nach der Pause eine Schicksalssymphonie. In einem seiner unzähligen Briefe erläuterte Peter Tschaikowsky das Programm seiner Vierten: Schon in den ersten Takten erleben wir die „Schicksalsgewalt“ – das um einen Ton kreisende Hauptthema mit seinen kräftigen Triolen und Achteln. Dieses „Fatum“, so Tschaikowsky, kontrolliere uns beständig, so dass Glück und Friede niemals vollkommen würden. „Man muss sich ihm unterwerfen und seine Zuflucht in vergeblichen Sehnsüchten suchen.“ Auch wenn man sich – wie im weiteren Verlauf dieses ersten Satzes – in seligen Träumen einrichtet, holt einen das Schicksal wieder ein.

Und auch den Beginn des Konzerts beschreibt der Komponist selbst. „Ziel des ganzen Werkes“, so kommentierte Béla Bartók selbst seine Tanzsuite, „war es, ein Art ideal erdachter Bauernmusik, ich könnte sagen, erdichtete Bauernmusik nebeneinanderzustellen, so dass die einzelnen Sätze bestimmte musikalische Typen darstellen: ungarische, walachische, slowakische und auch arabische, zuweilen kam es sogar zu Überschneidungen dieser Arten.“
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Gehen Sie vorbereitet in dieses Konzert! Olaf Dittmann und ein Orchestermitglied führen in der 30-minütigen Einführung mit Hilfe von Musikbeispielen in das Programm ein und berichten von der Probenarbeit. Der Eintritt ist für Konzertbesucher frei! – 18.30 Uhr Studio E (Bühneneingang). Einlass zur Einführung im Studio E aus Sicherheitsgründen nur solange Sitzplätze verfügbar sind.

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