Seelisches Reizklima

5. VielHarmonie-Konzert

Seelisches Reizklima

Do, 19.05.2022 19:30 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.« Lesen Sie den Text »Irisierende Farbwellen und weiße Stille« zu unserer Saison 21/22 von Alexander Meier-Dörzenbach.

Schmitt La Tragédie de Salomé op. 50 – Symphonische Suite in einem Satz für Frauenchor und Orchester

Britten Les Illuminations op. 18 – Liederzyklus für Tenor und Streichorchester

Debussy Trois Nocturnes: Nuages, Fêtes, Sirènes L 91 – für Frauenchor und Orchester

Sylvain Cambreling Dirigent

Sebastian Kohlhepp Tenor

EUROPA CHOR AKADEMIE GÖRLITZ Damenchor (Ltg. Joshard Daus)

Seit dem Jahr 1905, als die Musikwelt die Uraufführung der bahnbrechenden Oper „Salome“ von Richard Strauss feierte, haben wir ein bestimmtes Bild der Hauptfigur: als Betroffene und Verführerin zugleich. Florent Schmitts rein instrumentale Ballettmusik erzählt uns eine entscheidend abgewandelte Geschichte: Hier überwiegt die Perspektive auf Salomes als ein Opfer komplexer Umstände. Salome versucht in Schmitts 1907 vollendetem Werk sogar, Jochanaan »den Kopf zu retten«, während sie bei Strauss ständig nach diesem schreiend verlangt. Das Stück von Schmitt wurde mit Begeisterung vom Publikum aufgenommen, so dass der Komponist 1909 eine für den Konzertsaal passende Suite aus der Originalmusik extrahierte.

Seinen Liederzyklus „Les Illuminations“ schuf Benjamin Britten auf Grundlage einiger Gedichte von Arthur Rimbaud. Mit einer überraschenden Fanfare des Streichorchesters setzt er einen wilden Einstieg in die schillernde Klangwelt Brittens. Noch farbenreicher und herrlich brütend geht es schließlich in den „Trois Nocturnes“ von Claude Debussy zu. Diese wiederum beruhen auf der Anschauung eines mit „Nocturne“ betitelten Gemäldes des US-amerikanischen Malers James McNeill Whistler. Außerzeitliche Klänge der Holzbläser werden zu Beginn des Werkes nebeneinandergesetzt, als gälte es, »urgeschichtliche Musik« zu komponieren. Akkorde stehen ehern im zeitlosen Raum, Tonreihen neigen sich »kultisch« nach unten. Erst spät beginnt so etwas wie eine »Predigt« des Englisch Horns…

Ein Abend voller Parfüm, voller exotischer Orchester-Düfte – für Liebhaberinnen und Liebhaber spätromantisch-impressionistischer Entdeckungen!

Mein Gott, wieviel Weiber hat man nöthig, um die Scala der Liebe auf und ab zu singen? Kaum daß Eine einen Ton ausfüllt. Warum ist der Dunst über unsrer Erde ein Prisma, das den weißen Gluthstrahl der Liebe in einen Regenbogen bricht?

Georg Büchner (1813–1837)

Hubertus Wald Stiftung