Stille Mitte

8. Kammerkonzert

Stille Mitte

So, 06.06.2021 11:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal

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»Wenn alles still ist, geschieht am meisten« (Søren Kierkegaard)

Lesen Sie den Text »Bunte Stillleben in grenzenlosen Klangfarben« zu unserer Saison 20/21 von Alexander Meier-Dörzenbach.

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Beethoven Quintett für Flöte und Streicher (arr. von Guy Braunstein nach der Violinsonate Nr. 4 a-Moll op. 23)

Prokofjew Quintett g-Moll op. 39

Mendelssohn Bartholdy Streichquintett B-Dur op. 87

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Guy Braunstein Violine

Rumyana Yankova Violine

Susanne Barner Flöte

Marc Renner Oboe

Elmar Hönig Klarinette

Hsiang-Hsiang Tsai Viola

Sebastian Marock Viola

Li Li Violoncello

Rafael da Cunha Kontrabass

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Ludwig van Beethovens Violinsonate Nr. 4 op. 23 steht zu Unrecht etwas im Schatten der 1801 zeitgleich veröffentlichten „Frühlingssonate“. Ihr dramatischer Grundton schlägt sich in spannungsreichen Motivgegenüberstellungen und einer für Beethoven typischen rhythmischen Akzentuierung nieder. Das Arrangement des hochdekorierten und international renommierten Violinisten Guy Braunstein für Flöte und Streichquartett arbeitet die motivischen Wendungen wunderbar heraus und lässt den dramatischen Grundcharakter dieses bedeutenden Werks noch stärker strahlen. 

Der Kosmopolit Sergei Prokofjew hat – wie einige seiner sowjetischen Komponistenkollegen auch – eine bemerkenswerte Biografie vorzuweisen, die sich auch in seinem faszinierenden und äußerst vielseitigen Werk niederschlägt. Zum Zeitpunkt der Komposition seines Quintetts op. 39 im Jahre 1924 befand sich Prokofjew gerade in Paris. Ursprünglich war die für Oboe, Klarinette, Violine, Bratsche und Kontrabass geschriebene Komposition als Untermalung einer Zirkustruppe gedacht. Das hört man dem sechssätzigen Quintett deutlich an: Die originellen Ideen, der musikalische Humor – gepaart mit effektvollen, überraschenden Wendungen – lassen das Werk geradezu „clownesk“ erscheinen.

Der Elan des ersten Satzes in Felix Mendelssohn Bartholdys Streichquintett op. 87 ist auch heute noch ansteckend. Die geordnete Eleganz des Andante scherzando wirkt erhebend, bevor „eine der großen Elegien der Kammermusik“ mit dem Adagio des dritten Satzes erklingt. Ob der viel zu früh verstorbene Komponist gespürt haben mag, dass ihm zum Zeitpunkt der Komposition nur noch zwei Lebensjahre blieben, sei dahingestellt, jedoch sind Wehmut und Trauer hier ebenso greifbar. Der Finalsatz kehrt zurück zur Heiterkeit, mit der der Komponist selbst eigentlich nicht ganz zufrieden war – doch zu einer Überarbeitung kam es nicht mehr. 

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