Stillgelder

3. Kammerkonzert

Stillgelder

Do, 05.11.2020 19:30 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal

Das Kammerkonzert-Abonnement

»Wenn alles still ist, geschieht am meisten« (Søren Kierkegaard)

Lesen Sie den Text »Bunte Stillleben in grenzenlosen Klangfarben« zu unserer Saison 20/21 von Alexander Meier-Dörzenbach.

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Haydn Trio Nr. 1 C-Dur Hob. IV/1 »Londoner«

Dvořák Bagatellen op. 47

Beethoven Trio B-Dur op. 97 »Erzherzog-Trio«

Debussy Suite aus »Pelléas et Mélisande«

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Guy Braunstein Violine

Gili Schwarzman Flöte

Zvi Plesser Violoncello

Sunwook Kim Klavier

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Guy Braunstein ist ein Violinvirtuose von Weltrang, dessen internationale Karriere nicht ohne Grund außergewöhnlich ist. Mit seinen Mitmusikern Gili Schwarzman, Zvi Plesser und Sunwook Kim veredelt er an diesem Abend vier kammermusikalische Perlen aus drei Epochen. 

Joseph Haydns Englandreisen haben uns eine ganze Menge großer Werke beschert, die durch ungewöhnliche Eindrücke und Inspirationen oder aber durch Aufträge entstanden sind. Zu diesen gehören auch seine „Londoner“ Flötentrios, dessen erstes für den Earl of Abington komponiert wurde. Auch wenn Haydn peinlich darauf bedacht gewesen sein soll, seinen adeligen Auftraggeber, der die erste Flötenstimme selbst übernehmen sollte, technisch nicht zu überfordern, hört man dies dem Werk keineswegs an. Der fröhliche Kopfsatz strahlt die typische Klassizität und Ausgewogenheit der Formen aus, das Andante entzückt mit edlem Liebreiz, und das Rondo des Finalsatzes zeugt von Lebensfreude, gewürzt mit einer Prise Haydnschen Witzes.

Hausmusik stand im 19. Jahrhundert besonders hoch im Kurs - Antonín Dvořáks Bagatellen op. 47 sind denn auch beileibe kein seichtes Gelegenheitswerk, sondern mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Ursprünglich 1878 für sein eigenes Quartett komponiert, in dem Dvořák zumeist die Bratsche spielte, gehört zu der eigentlichen Besetzung ein Harmonium – das Klavier war nur ersatzweise vorgesehen. Die fünfsätzige Suite ist Hausmusik erster Güte: Einflüsse tschechischer Volkslieder wurden zu einem lebedingen Leitthema sublimiert, das sich durch drei Sätze zieht und von lebendiger Spannung und freudiger Abwechslung geprägt ist.

Beethovens Klaviertrio op. 97, das aufgrund der Widmung an den höchst musikalischen Erzherzog Rudolph von Österreich auch „Erzherzog-Trio“ genannt wird, erweiterte die Dimensionen der kammermusikalischen Trio-Gattung und setzte, wie bei Beethoven ja beinahe gewöhnlich, neue Standards. Mal meint man, im berühmten dritten Satz, der als Variationensatz ausgearbeitet ist, pastorale Anflüge oder das vierte Klavierkonzert herauszuhören, mal klingt der Kopfsatz wie eine Symphonie im Kleinen. Dabei durchzieht das Werk ein lyrischer, besinnlicher Geist, der einige Charakteristika der Romantik vorausnimmt.

Geisterhafte und romantische Züge trägt unzweifelhaft auch Claude Debussys Suite zu der Oper „Pelléas et Mélisande“, in der der französische Impressionist vor allem die inneren Emotionen der unglücklich verliebten Protagonisten musikalisch verarbeitete – interpretative Freiheiten bleiben dennoch, denn Debussys Musik „spricht die Dinge nur halb aus“.

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