Taupunkte

8. Symphoniekonzert

Taupunkte

So, 10.04.2022 19:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.« Lesen Sie den Text »Irisierende Farbwellen und weiße Stille« zu unserer Saison 21/22 von Alexander Meier-Dörzenbach.

Takemitsu Dreamtime

Bach Cembalokonzert d-Moll BWV 1052

Bartók Klavierkonzert Nr. 3 Sz 119

Strawinsky Der Feuervogel – Konzertsuite Nr. 2 (1919)

Masato Suzuki Dirigent und Cembalo

Nicholas Angelich Klavier

Barock trifft auf Moderne: In so unterschiedlichen Jahrhunderten wie dem 18. und dem 20. gestaltet sich auch Virtuosität höchst unterschiedlich.

Johann Sebastian Bachs legendäres erstes Cembalokonzert d-Moll ist sein wohl größtes, anspruchsvollstes, auch beliebtestes, trotz der düsteren Gesamtstimmung: „Wir müssen durch viel Trübsal“. Der „Drive“ des ersten Satzes mit seinem ständig wiederkehrenden Ritornell, den einander jagenden Läufen und der ständig zunehmenden Spannung ist nichts für schwache Nerven. Ganz anders Béla Bartóks drittes Klavierkonzert: In der Morgenstimmung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geschrieben und seiner Ehefrau Ditta gewidmet, zeigt der ungarische Komponist hier seine milde, nostalgische Seite mit neoklassizistischen Einflüssen.

Aufregend wird es in Strawinskys Feuervogel-Konzertsuite: Das ursprünglich als Ballettmusik angelegte Werk begründete Strawinskys Weltruhm, historisch steht es am höchst interessanten Scheidepunkt zwischen noch-tonaler Spätromantik und der Avantgarde des 20. Jahrhunderts, deren Anklänge im furiosen Höllentanz des bösen Zauberers Koschtschej bereits zu hören sind.

Himmlisch dagegen geht es in Tōru Takemitsus Dreamtime zu: Ein Werk für Orchester, das die Zuhörer in die mythische „Traumzeit“ der Aborigines entführt. Der japanische Komponist durchreist höhere Sphären mit verzaubernden, sensiblen Klängen in der Tradition der Zweiten Wiener Schule.

Perfekt passend sind die Gäste: Schon früh galt der amerikanische Pianist Nicholas Angelich als Wunderkind und absolvierte unzählige Touren um die ganze Welt. Dabei hat er sich stets seine Neugier bewahrt und räumt wie kaum ein anderer der Neuen Musik seit Langem einen großen Stellenwert ein. Masato Suzuki beschränkt sich nicht allein auf eine Rolle: Als Dirigent, Cembalist und auch Komponist hat er sich weltweit einen Namen gemacht und ist ein ausgewiesener Bach-Kenner und Gründer des Bach Collegium Japan.

Das Herz mir hüpft, wenn auf ich schau und himmelhoch ein Regenbogen!
So war’s als Kind von Anbeginn,
so ist’s, da ich erwachsen bin,
so sei’s, wenn alt werd’ ich und grau,
sonst mag der Tod mich holen!

William Wordsworth (1770–1850)

Hubertus Wald Stiftung