Über Erlösung

2. Morgen Musik

Über Erlösung

So, 30.01.2022 11:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

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»Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling.« Lesen Sie den Text »Irisierende Farbwellen und weiße Stille« zu unserer Saison 21/22 von Alexander Meier-Dörzenbach.

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Messiaen Trois petites liturgies de la présence divine – für Klavier, Ondes Martenot, Frauenchor, Schlagzeug und Streicher

Mozart Thamos, König in Ägypten KV 345 (336a)

Sylvain Cambreling Dirigent

David Kadouch Klavier

Nathalie Forget Ondes Martenot

Hans-Jürgen Schatz Sprecher

Europa Chor Akademie Görlitz

1940 geriet der Komponist und Organist Olivier Messiaen für einige Monate in deutsche Kriegsgefangenschaft. Zwar in Freiheit, doch noch in den Schreckensjahren 1943 und 1944 schrieb Messiaen eine Komposition für die massive und ungewöhnliche Besetzung Klavier, Ondes martenot, 36-stimmiger Frauenchor, Schlagzeug und Streicher. Das elektronische Exoteninstrument Ondes Martenot fand hier also noch vor der monumentalen Turangalîla-Sinfonie (1946-48) Eingang in ein fast abendfüllendes Werk. Den Text zu seinen „Drei kleinen liturgischen Stücken über die Präsenz Gottes“ verfasste der Komponist selbst und gab damit einmal mehr seiner tiefen, innigen Religiosität Ausdruck.

Das Theaterstück „Thamos, König in Ägypten“ schrieb der Dramatiker und Staatsbeamte Tobias Philipp von Gebler 1773. Das Schauspiel erzählt eine typische, lehrstückartige Geschichte von dem ägyptischen König Menes und seinem Sohn Thamos. Ein Stück über die Verquickung von Macht und Liebe – und den entsprechenden Fallstricken dieser gefährlichen Kombination. Noch im Jahr der Schauspieltext-Veröffentlichung steuerte Mozart eine Bühnenmusik bei, die wohl im Frühjahr 1774 in Wien uraufgeführt wurde. Mozart schien Gefallen an seiner eigenen Musik gefunden zu haben, denn der Komponist nahm sich einzelne Teile seines Werkes fünf Jahre später noch einmal vor, überarbeitete diese und verwendete sie für die Bühnenmusik zu dem Trauerspiel „Lanassa“ von Karl Martin Plümicke.

Du, Bogen, bist das hohe Tor,
ich bin der kleine Wandrer auf den Stufen.
Du brichst mit allem edlen Glanz hervor
und hast mich mächtig angerufen.

Du bist zur letzten Lauterkeit die Pforte.
Vor dir kann nichts verstellt und listig sein.
Wie schlechte Kleider tu ich ab die Worte
und gehe schweigend ein.


KARL BRÖGER (1886–1944)

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