Von Stille bewegt

10. Symphoniekonzert

Von Stille bewegt

So, 20.06.2021 19:00 Uhr

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

Das große Abonnement

»Wenn alles still ist, geschieht am meisten« (Søren Kierkegaard)

Lesen Sie den Text »Bunte Stillleben in grenzenlosen Klangfarben« zu unserer Saison 20/21 von Alexander Meier-Dörzenbach.

Tickets

Schönberg »Erwartung« op. 17 (Konzertante Aufführung)

Berlioz Symphonie fantastique op. 14

Sylvain Cambreling Dirigent

Evelyn Herlitzius Sopran

„Schreiben Sie mir doch einen Operntext, Fräulein“, bat Arnold Schönberg die junge Medizinstudentin und Schriftstellerin Marie Pappenheim – die seiner Bitte mit dem Libretto der „Erwartung“ prompt nachkam. Dabei erwartet die Protagonistin des vierteiligen Monodrams nichts Gutes: Allein und verängstigt irrt die junge Frau nächtens durch den dunklen Wald und findet eine Leiche – die ihres Geliebten. Dieser musikalische „Angsttraum“, wie Schönberg sein Werk charakterisierte, seziert die verschiedenen Stadien der Angst derart schonungslos, dass einem mehr als 100 Jahre später noch bange wird. Nebenbei tut Schönberg das derart expressiv und rücksichtslos in seiner Musiksprache, dass er annähernd sämtliche romantischen Traditionen einreißt und mit der Neuen Musik das musikalische 20. Jahrhundert einläutet. Solistin ist die Sopranistin Evelyn Herlitzius, die bereits bei den Bayreuther Festspielen, an der Semperoper in Dresden oder an der Metropolitan Opera New York viele große Wagner-Partien sang. 

Der junge Hector Berlioz schuf mit seiner Symphonie fantastique hingegen ein Monument der Programmmusik: Er vermischte Elemente der Bühnenmusik und der Opernmusik mit den konzertanten Musikformen, wodurch seine Musik greifbarer und stärker verbildlicht wurde. Das Grundthema der fünfsätzigen Symphonie ist hochromantisch: Die glühende, aber unerfüllte Liebe eines Künstlers zu seiner Verehrten, die schließlich tragisch enden muss. Die in den rauschhaften Träumen des Protagonisten immer wiederkehrende Geliebte wird musikalisch durch die idée fixe ausgedrückt, die das gesamte Werk durchzieht. Berlioz‘ „Oper ohne Worte“ wurde nicht nur zum Vorbild ganzer Komponistengenerationen von Liszt über Wagner bis zu Mahler, sondern hinterlässt auch tiefe Spuren der Ergriffenheit.

Gehen Sie vorbereitet in dieses Konzert! Olaf Dittmann und ein Orchestermitglied führen in der 30-minütigen Einführung mit Hilfe von Musikbeispielen in das Programm ein und berichten von der Probenarbeit. Der Eintritt ist für Konzertbesucher frei! – 18.00 Uhr Studio E (Bühneneingang). Einlass zur Einführung im Studio E aus Sicherheitsgründen nur solange Sitzplätze verfügbar sind.

Hubertus Wald Stiftung