MovINg Music: 02.04.2019, Stadtteilschule Meiendorf

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Von Miriam Holzapfel

Was hat man eigentlich davon, die Musik zum Beruf zu machen? In die Stadtteilschule Meiendorf ist Johanna Franz mitgekommen, die den Education-Bereich der Symphoniker Hamburg leitet. Dass man so einen Beruf haben kann, ist der Klasse 7c völlig neu. Wie viel verdient man da? Nun, zum Leben reicht es. Aber was bekommt man noch? Respekt? Mädchen? Instagram-Follower? Die zwanzig Jugendlichen sind unruhig, können kaum stillsitzen, die Mädchen tuscheln untereinander. Marjana vermutet, dass man mit Musik einfach mehr Spaß bekommt, entweder allein, oder mit anderen zusammen. Ein Versuch ist es wert.  

Nena ist beinahe Nachbarin der Schule, sie wohnt ganz in der Nähe. Ihren Hit „99 Luftballons“ haben die Schülerinnen und Schüler beim letzten Treffen schon gesungen. Der Text ist seltsam, es geht um Luftballons, Ufos, Generäle und irgendwie wohl auch um eine Verwechslung, um ein Missverständnis vielleicht. Und um Krieg. War das nicht so nach dem zweiten Weltkrieg?, fragt ein Junge nach. Dass alles kaputt war? Und war das wirklich so schlimm? Die Klasse ist uneins. Vieles von dem, was die Jungs und Mädchen kennen und gut finden, wurde erst nach dem Krieg erbaut, das Einkaufscenter in Wandsbek, die Europa-Passage an der Alster. Alles kaputt können sie sich kaum vorstellen. Dennoch singt die Klasse das Lied mit viel Gefühl – aber mit wenig Lautstärke. Die Aufforderung, mit mehr Grimm in der Stimme zu singen, endet allerdings in sehr grobem Gesang. Aber vielleicht ändert sich der Klang im Stehen? Die Jugendlichen stehen auf – und tatsächlich: Es klingt anders! Aber wie ging noch mal der Text?

Zum Abschluss der Stunde spielt Tommy sein Lieblingslied vor, es ist das Stück DDU-DU DDU-DU der koreanischen Band BLACKPINK – K-Pop ist bei den Schülerinnen und Schülern sehr beliebt. Tommy findet das Stück gut, weil BLACKPINK eine Führungsrolle als Band beanspruchen, sie wollen Respekt. Marjana kann die Tanzbewegungen aus dem Video im Sitzen nachmachen. Und sicher, auch Respekt kann man bekommen, wenn man Musik zum Beruf macht, nicht nur Geld. Und Respekt geht an Tommy, der vor der ganzen Klasse sein Stück vorgestellt und erklärt hat. Der nimmt das Lob völlig ungerührt entgegen. Aber irgendwie Spaß gemacht hat die Stunde eben doch.