MovINg Music: 07.02.2019, Internationale Vorbereitungsklasse St. Pauli

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Von Miriam Holzapfel

Weil vor lauter Sprechen über die Musik die Musik selbst zuletzt ein wenig zu kurz kam, geht es bei diesem Treffen direkt mit Singen los. Stimmen lassen sich aufwärmen wie beim Sport, die Jugendlichen der Internationalen Vorbereitungsklasse am Wirtschaftsgymnasium St. Pauli versammeln sich dafür um das Klavier. Nach dem Einstimmen singen sie in verschiedenen Version „Schweige und höre“, Jungs und Mädchen im Kanon. Der Text sitzt, die Hemmungen, einfach laut drauflos zu singen, fallen allmählich. Und dann unterstützen ja auch noch Silvia Rozas mit der Querflöte, Andrea Mereu mit dem Cello und Michael Zlanabitnig mit dem Klavier. 

Für Aziz, der beim letzten Mal davon erzählt hat, spielen die Musiker danach die "Pavane" von Gabriel Fauré. Die Schülerinnen und Schüler hören konzentriert zu, einige schließen die Augen dabei. Obwohl das Klavier vielleicht nicht optimal gestimmt ist und das Stück ungeprobt, gefällt es Sevde so noch besser als auf der Aufnahme mit Orchester. Es komme ihr noch viel näher so, sagt sie, und es sei traurig und tröstlich zugleich. „Man muss es erleben, um es zu verstehen“, sagt Aziz.

Etwas mehr traurig und weniger fröhlich ist das Volkslied, das die Flötistin Silvia aus ihrer Heimat Galizien vorspielt: „Schwarze Schatten“ heißt es und beschreibt das Gefühl, allein zu sein. Silvia liest den Text in ihrer Heimatsprache vor und erklärt, inwieweit es ihre Identität repräsentiert.

Danach stellt Sevde ein Lied vor, das sie auf ihrem Handy mitgebracht hat, es ist türkische Rockmusik, die sonst niemand kennt in der Gruppe. In einem Text, den sie extra für das Treffen vorbereitet hat, erklärt sie, warum ihr das Stücketwas bedeutet. Einigen aus der Gruppe gefällt es auch, anderen nicht und das ist völlig in Ordnung. Denn in unseren Empfindungen sind wir frei, das eine steht gleichberechtigt neben dem anderen. 

 

Sevdes Text:

„Well we have to feed our bellies with food to survive and just like that we should feed our souls with music to enjoy the life. Basically music is life.

My favourite type of music is rock. The sound of bass and electric guitar has always attracted me. They are not just some piece of wood creating vibration, but a powerful friend for spreading hope and love with a hypnotizing sound. 

The band is called Duman which means „Smoke“ and the vocalist is called Kaan T. What makes me admire him is that he had been through a lot but yet he never lost his hope (...). The magic of his songs is, you can always find something related to your own life. When I feel like drowning in a black hole, his songs show me sunlight and rainbow. One of my favourite songs (...) is called „Why should I care?“ (...) He has many songs about heartbreaks and love. But this one is kind of special for me because he showed me music doesn’t need to be just for the feelings, it can also show problems in reality, and we can make reality better when we discover the problem. He critizises lack of equality, ignorance of people and absence of humanity (...). I love this song with the background music and the meaningful lyrics. It fills me with energy and makes me thoughtful. I believe that music is one way to enlighten people and spread magnificent ideas to society."