MovINg Music: 16.01.2019, Freizeitzentrum Schnelsen

Veröffentlicht am MovINg Music

Von Miriam Holzapfel

Auch ein nüchternes Freizeitzentrum kann ein Konzertsaal werden: Cellist Andrea Mereu spielt ein Präludium von Bach und sofort verwandelt sich die Atmosphäre in der kleinen Veranstaltungshalle in Hamburgs Norden. Fünfundzwanzig interessierte Erwachsene und eine Handvoll Kinder haben sich zum ersten Treffen des Projekts in Schnelsen eingefunden.

Schnell zeigt sich, dass viele bereits Chorerfahrung haben und alle große Lust, sich noch mehr mit Musik zu beschäftigen als bisher im Leben. Hier und da sind Erfahrungen mit dem Musizieren vorhanden – ein Herr kann sich oft nur schwer zwischen den vielen Instrumenten entscheiden, die er spielt. Bei anderen ist es mit dem Musikunterricht sehr lange her und es fehlt an der Motivation, wieder damit anzufangen. Und gemeinsam geht es leichter: „Ich brauche einen Ort, wo ich mich mit Musik beschäftigen kann, alleine zuhause ist das zu schwierig für mich“, erzählt eine Dame. Eine andere bedauert sehr, als Kind den Klavierunterricht geschwänzt zu haben. Eine dritte hat es gar nicht erst versucht mit einem Instrument und fürchtet, dass es nun vielleicht zu spät sein könnte. Sie ist gespannt, ob sie vielleicht doch noch zum Singen kommt, obwohl sie überhaupt keine Noten lesen kann. Aber warum sollte das nicht gelingen? Stimmen haben sie alle mitgebracht und so funktioniert „Schweige und höre“ auf Anhieb auch als Kanon, begleitet von Klavier, Cello und Bratsche. Alle trauen sich, alle singen mit. 

"Humoreske" von Antonin Dvorák, gespielt auf Viola und Violoncello von Yi-Yun Chang und Andrea Mereu