MovINg Music: 22.10.2018, Malteserstift St. Maximilian Kolbe in Wilhelmsburg

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Von Miriam Holzapfel

Was ist lauter als eine Trompete? Im Seniorenwohnheim Malteserstift St. Maximilian Kolbe sitzen interessierte BewohnerInnen im Kreis um eine Gruppe Vorschulkinder aus der nahe gelegenen Bonifatius Schule. Die Kinder raten eifrig: Eine ganz coole Gitarre vielleicht? Von einer Tuba haben sie noch nie gehört. Aber diese ganz große Geige, wie heißt die noch gleich? „Kontrabass“ flüstern die Großen es den Kleinen ein.

In Wilhelmsburg ist mit einer gemischten Gruppe aus Seniorinnen, Senioren und Kita-Kindern das Sing-Projekt MovINg Music - Musik bewegt gestartet. Im Rahmen des "Generationenhauses" der Sozialpädagogin Ingrid Stegmann verbringen sie dort jeden Montag vormittag gemeinsam eine Stunde. Unterschiedliche Erfahrungen mit Musik und Musizieren treffen aufeinander: Die Erwachsenen schauen zurück und erinnern sich, einige haben früher ein Instrument gespielt, Volkslieder und Hamburgensien kennen sie alle – Musik ist ein wichtiges Element in der Altenarbeit, alle Senioren sind mit Singen groß geworden. Im Stift gibt es darum gleich mehrere Musikangebote wie Tangotanz, Schlagermusik und gemeinsames Singen mit Gitarre. 

Die Kinder stehen noch ziemlich am Anfang ihres Lebens mit Musik, kennen zwar die Geige, die Johanna Franz von den Symphonikern Hamburg mitgebracht hat und viele kennen die Flöte, aber darüber hinaus noch nicht so viele Instrumente. Nur drei haben schon einmal Orchestermusik gehört und können davon erzählen. Ein Mädchen aber war schon einmal in einem Konzert und hat sogar mitgespielt – „obwohl ich noch so klein bin“, sagt sie stolz. 

Und doch spinnen sich Fäden zwischen den Kindern und den älteren Leuten, die sich zusammen gefunden haben, um gemeinsam zu singen. „In Hamburg sagt man Tschüss“ kennen sie alle – und alle singen mit, begleitet von Michael Zlanabitnig am Klavier, der das MovINg Music-Projekt leitet. Eine ältere Dame bewegt zur Musik ihre Hände auf ihren Oberschenkeln wie auf Tasten: „Ich muss aber aufpassen, das ich mich nicht vertüddel“, sagt sie leise zu ihrer Nachbarin und lacht. Eine andere Dame beobachtet den Chor stumm und wiegt dazu eine Puppe in ihren Armen. 

Gefragt, wie er es findet, mit Omas und Opas gemeinsam zu singen, sagt ein kleiner Junge zum Ende der gemeinsamen Chor-Stunde: „Einfach cool! Und ein bisschen auch normal.“ Er erzählt von den beiden Opas in seiner Familie, mit denen er ebenfalls gerne singt. Und sein Lieblingslied sei das „Winterlied“, das habe er ganz alleine erfunden.