MovINg Music: 24.04.2019, Freizeitzentrum Schnelsen

Veröffentlicht am MovINg Music

Von Miriam Holzapfel

Der Himmel geht über allen auf – auch und gerade über den Sängerinnen des MovINg Music Projekts in Schnelsen. Der Himmel geht über allen auf, das ist ein einfaches Lied mit großer Sogwirkung, acht Takte nur. Und doch mag man kaum mehr aufhören, hat man einmal angefangen, es zu singen. Und natürlich löst das Singen wieder Gedanken und Gefühle aus: „Es ist so schön, dass mir fast die Tränen kommen“, sagt eine Teilnehmerin. Zugleich ist es entlastend, auf nur eine Sache zu hören, sich einzulassen auf nur eine Beschäftigung, das Singen – anstatt mit Augen und Ohren und mit den Gedanken bei mehreren Dingen zugleich zu sein, wie so oft im Alltag. Allerdings muss man das auch aushalten können, das Einlassen auf die Musik und auf alle Gefühle, die dabei entstehen. Die Oboistin Freya Linea Obijon von den Symphonikern erzählt davon: „Man hat ja immer eine Idee davon, was man ausdrücken möchte, wenn man spielt. Man spielt nicht einfach nur so. Gerade bei Kammermusik wendet man viel Energie auf und zeigt den Menschen auch etwas von sich selbst“.

Das gilt auch für eine Teilnehmerin, die ihre Gitarre und ein Lied mitgebracht hat, das sie selbst komponiert hat, sie spielt es vor. Es ist nicht das erste Lied, das sie geschrieben hat, aber das erste, für das sie den Mut hatte, es ihrer Band vorzustellen – und nun der Chorgruppe. Vor anderen zu singen kann intim und persönlich sein, es ist ein starkes Signal, sich selbst hörbar für andere zu machen und sich Raum dafür zu verschaffen. Es erfordert Mut und kann zugleich Kräfte freisetzen. Marianne beschreibt es so: „Musik ist für mich ein Lebenselixir. Und das MovINg Music Projekt ein Geben und Nehmen.“

 

 

 

Nach der Probe haben wir mit Michaela gesprochen, die bisher keine einzige Probe versäumt hat:

"Das MovINg Music Projekt ist wirklich ganz besonders weil sich die Hamburger Symphoniker einmal dabei zeigen und wir dort hinter die Kulissen schauen können und einiges von den Musikern erfahren. Dass jedes Mal jemand mit Instrumenten mit nach Schnelsen kommt, ist wirklich spannend. Außerdem gefällt mir die Vielfalt der Menschen, die kommen. Jeder hat eine andere Verbindung zur Musik und jeder kann preisgeben, was er möchte. Ich singe in verschiedenen Chören aber so etwas habe ich bisher noch nicht erlebt, dass es so einen Mix gibt aus Singen und Gespräch. Man erfährt immer etwas Neues, manchmal tauschen wir uns auch nach den Proben noch aus. Und im Auto nachhause trällere ich meistens noch weiter."