Foto: Daniel Dittus

»Der neue Chef, ein Glücksfall!«

Das Antrittskonzert von Sylvain Cambreling bei den Symphonikern Hamburg im Oktober 2018 war atemberaubend. Der neue Chefdirigent sorgte für knisternde Spannung, höchst konzentrierte 100 Konzertminuten – und schließlich für lautstarken Jubel samt Standing Ovations.

Manchmal sind Gesichter der feinste Gradmesser. Das Strahlen der Musiker, Sänger, Ehrengäste, Symphoniker-Mitarbeiter und vieler anderer beim anschließenden Empfang illuminierte den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und viele andere zeigten sich bewegt und begeistert. Und Sylvain Cambreling selbst, der noch am späten Abend Interviews gab, überwältigte mit seinem Charme und seiner Leidenschaft alle Anwesenden. Einerseits hatte er mit der Kombination von Helmut Lachenmann, Ludwig van Beethoven und Arnold Schönberg Mut bewiesen. Andererseits hatte er das pausenlose Programm mit einer Selbstverständlichkeit und mit einer Lust präsentiert, die die Symphoniker Hamburg zu wahren Höhenflügen anstachelte.

Die zahlreich anwesenden Journalisten würdigten ausnahmslos den herausragenden Abend.

Die Welt titelte: »Chefdirigent Sylvain Cambreling gelingt beim anspruchsvollen Einstandskonzert mit den Symphonikern Hamburg ein musikalisches Ereignis.« Im Klassikradio hieß es: »Fulminant! Ein großartiges Konzert. Wenn das so weitergeht, dann hat die Laeiszhalle bald mehr begeisterte Besucher als die Elbphilharmonie.« Unter der Überschrift »Der neue Chef, ein Glücksfall!« war im Hamburger Abendblatt zu lesen: »Die Standing Ovations, das war zu spüren, galten nicht nur dem eben Gehörten. Das Orchester hat einen neuen Chefdirigenten und die Stadt ein neues musikalisches Gesicht. Ja, Sylvain Cambreling ist in Hamburg angekommen. Er hat noch viel zu sagen.« NDR 90,3 kommentierte: »Die Symphoniker, das wurde auch in den Reden beim Empfang nach dem Konzert klar, können gerade vor Kraft kaum laufen.« Das NDR Hamburg Journal beschrieb den Abend: »Sylvain Cambreling hat es sich und dem Publikum nicht leicht gemacht. Seine Haltung und sein Programm begeistern die Hamburger.« Und Radio Eilbek sendete: »Die Aufführung dürfte als Meilenstein in die Geschichte der Musikstadt Hamburg eingehen. [...] Einer der am schönsten klingenden Säle der Welt, ein denkendes Symphonieorchester, das mit einem umjubelten Chefdirigenten seinen Meister gefunden hat und als Alleinstellungsmerkmal auch ein Magazin herausgibt. Was ist das anderes als ein Gesamtkunstwerk.«