Foto: Bertold Fabricius

Grußwort des Kultursenators Dr. Carsten Brosda

Der Zauber eines gelungenen, eines einzigartigen Konzertes besteht in der Übersetzung von Noten in eine Geste und von der Geste in einen Klang. So hat Sylvain Cambreling in einem Interview die Zusammenarbeit zwischen Dirigent und Orchester beschrieben. Die Symphoniker Hamburg und ihr neuer Chefdirigent haben bereits in ihrer ersten gemeinsamen Saison gezeigt, dass sie eine gemeinsame musikalische Sprache sprechen und diese Übersetzungen ganz wundervoll glücken!

Seit Herbst 2018 leitet Sylvain Cambreling das traditionsreiche Orchester. Das neue, unverkennbare Profil begeistert das Publikum sowie die Presse gleichermaßen. Bei allen neuen Impulsen durch Cambreling setzt er den Anspruch des Klangkörpers als »denkendes Orchester« engagiert fort.

Das Projekt »ThinkINg Orchestra« wird seit 2017 im Rahmen des Förderprogramms »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« vom Bund gefördert. Ziel war und ist es, die Wirkungsmöglichkeiten des Orchesters über die Grenzen des Konzertsaales hinaus in den öffentlichen Raum hinein zu erweitern und so einen vitalen Beitrag zu einer lebendigen Stadtgesellschaft zu leisten. Dies gelingt mit vielfältigen Angeboten wie mehrsprachigen Konzertformaten in der Laiszhalle, Konzerten an ungewöhnlichen Orten sowie in Stadtteilen, die über wenige kulturelle Angebote verfügen, und nicht zuletzt durch den regen Austausch seiner Profis mit musikalischen Laien. Das Orchester zeigt, dass es in seinem künstlerischen Wirken immer mitdenkt, welche Impulse Musik in die Gesellschaft geben kann.

Das i-Tüpfelchen setzt dabei die hervorragende Bildungs- und Vermittlungsarbeit. Gerade Kinder und Jugendliche, die bisher keinen oder nur wenig Zugang zu Kultur hatten, werden an klassische Musik herangeführt. Diese Aktivitäten unterstützen in beispielhafter Weise das Ziel des Senats, Kultur für alle Menschen in Hamburg zu ermöglichen.

Auch die neue Reihe »Pro-Log« ist ein hervorragender Beleg für das dialogische Agieren des Orchesters. In drei moderierten Vorkonzerten werden Werke des Komponisten Gérard Grisey präsentiert.

Die Symphoniker rücken das Schaffen des Komponisten in ein neues Licht und schaffen gleichzeitig eine erweiterte Perspektive auf das Hauptprogramm. Mit dieser dramaturgisch dichten Programmkonzeption geben die Symphoniker der altehrwürdigen Laeiszhalle ein frisches und anregendes Profil.

Viele namhafte Gäste versprechen künstlerische Erlebnisse höchster Güte. Ein besonderes Glück für alle Musikfreunde ist die enge Zusammenarbeit mit der phantastischen Martha Argerich, die die Symphoniker Hamburg in dieser Saison mit einer zweiten Auflage des in 2018 von Presse und Publikum gefeierten Martha-Argerich-Festivals fortsetzen.

Dem Orchester und seinem Publikum wünsche ich eine spannende und bereichernde Saison 2019/20.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien