Foto: J. Konrad Schmidt

»Neue Wege«

Verehrte Abonnentinnen und Abonnenten, liebes Publikum,

»Neue Wege« – dieses Gedankenbruchstück haben wir unserer Spielzeit 2018/2019 gleichsam als Motto beigegeben. Wir gehen neue Wege, weil sie vor uns liegen und begangen werden wollen, aber wir tragen das Netz bereits beschrittener Wege als Erinnerung, als Erfahrung, als Kompass in uns. Das Ergebnis ist eine frische Geisteshaltung, die voller Neugier und Kraft nach vorn blickt und der das Wissen um sich selbst als Gewissheit innewohnt. Für diese Geisteshaltung steht auch Chefdirigent Sylvain Cambreling: Von der ersten Begegnungsstunde an war er unserem Orchester ein echter Partner, mehr um unser Wohl besorgt als um das eigene – und doch mit einer klaren Vorstellung von dem, was uns die Begegnung mit ihm sein könnte.

Ein prägnanter und im Detail folgenreicher Satz von Sylvain Cambreling beim intensiven Ringen um die beste Gestaltung der Saison war: »Gerade das Komplexe sollte nicht kompliziert wirken.« Dieser Satz steht für den Anspruch, den wir mit ihm an uns selbst stellen: nicht unnötig schwer daherzukommen, auch wenn wir wissen, dass wir komplexen Fragen nicht mit einfachen Antworten begegnen können. Tiefe des Gedankens und Leichtigkeit des Ausdrucks widersprechen sich bei Sylvain Cambreling nicht – sie fügen sich zu einem hell strahlenden Ereignis, das aufhorchen lässt und begeistert.

Wir freuen uns, dass Ion Marin unser Erster Gastdirigent bleibt, und sind endlos dankbar für das Wiedersehen mit Martha Argerich. Wir dürfen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit unserem Partnerchor und mit Guy Braunstein sowie auf eine erneute Begegnung mit Peter Ruzicka freuen. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl Debüts junger, aufregender Künstlerinnen und Künstler, auf die wir überaus neugierig sind.

Wir hoffen, Sie empfinden bei der Lektüre dieser Saisonvorschau und dem Besuch unserer Konzerte so viel Freude wie wir bei der Gestaltung.

In Vorfreude auf Sie und mit den besten Wünschen

Daniel Kühnel

Intendant