Eugene Lifschitz

1. Solo-Cello

Eugene Lifschitz

Was zurzeit in der Cellogruppe der Symphoniker Hamburg passiert, ist beinahe einmalig in der gesamten Konzertwelt: Eine ganze Gruppe im Orchester formiert sich neu. Es ist zwar Zufall, dass alle sechs Stellen neu besetzt wurden oder werden. Aber die Chance ist dadurch umso größer – wir haben nun die Möglichkeit, eine ganz neue eigene Arbeitsweise und einen exzellenten Klang zu entwickeln.

Im Sommer 2019 kam ich zu den Symphonikern, zuvor war ich 1. Solo-Cellist im Staatsorchester Kassel. Ich bin sehr froh, hier nun eine so starke Mannschaft »hinter mir« zu haben: Min Suk Cho ist der 2. Solo-Cellist, auch er kam im Sommer. Li Li spielt zwar schon seit mehr als zehn Jahren bei den Symphonikern, nun hat sie als Stimmführerin aber eine neue, bessere Position. Jee Hee Kim ist seit 2018 im Orchester, sie kenne und schätze ich seit unserer gemeinsamen Zeit in Kassel sehr. Und jüngst kam noch eine weitere sehr starke Verstärkung mit Theresia Rosendorfer hinzu.

Nun ist nur noch ein fester Platz in der Cellogruppe unbesetzt, dafür wird es ein Vorspiel geben, über das Ergebnis die Gruppe zusammen entscheidet. Am liebsten hätte ich eine Musikerin oder einen Musiker mit sehr großer Dynamik von Pianissimo bis Fortissimo. Denn wie schon der große Cellist Mstislaw Rostropowitsch sagte: Es gibt nichts Langweiligeres als Mezzoforte-Spieler.

Diese starke Mannschaft lässt mich nicht ausruhen. Alle bisherigen Mitglieder der Cellogruppe haben auch viele Soloauftritte, sind also nie zu unterschätzen. Das bedeutet für mich, dass ich mich immer noch ein bisschen mehr anstrengen muss, um in ihren geschulten Ohren zu bestehen. Die Qualität an den anderen Pulten zu spüren, beflügelt mich. Eine gute Gruppe darf durchaus Probleme und Streitpunkte haben. Doch mir ist es sehr wichtig, dass wir uns darüber austauschen und diskutieren können.

Ich wurde in Russland geboren und kam 1995 nach Kalifornien. Außer meinem Vater, einem IT-Spezialisten, sind alle in meiner Familie Musiker. Meine Mutter und mein Bruder Konstantin sind Pianisten. Heute bin ich 31 Jahre alt, und meine Erfahrung an Hochschulen in den USA, Deutschland und Russland zeigt mir, dass es keine echten Nationalschulen für das Cellospiel mehr gibt. Sondern es gibt überall sehr vielseitige, spannende Musikerinnen und Musiker.

Früher habe ich sehr viel im Orchestergraben der Oper gesessen. Das ist eine andere Arbeit als bei einem Konzertorchester, denn es gibt fast jeden Abend ein anderes Stück. Und neben der Musik sind noch viele andere Dinge wichtig: Sänger, Licht, Kostüme, Bühnenbilder, unvorhergesehene Überraschungen. Bevor ich vor wenigen Monaten zu den Symphonikern kam und nach Winterhude zog, kannte ich nur ihren exzellenten Ruf als ein Orchester, in dem seit einigen Jahren sehr viel Positives geschieht. Nun erlebe ich es selbst, und ich wünsche mir, dass es lange Zeit so bleibt.

Eugene Lifschitz ist 1. Solo-Cellist der Symphoniker Hamburg seit 2019

Der junge amerikanische Cellist Eugene Lifschitz konzertiert als Solist, seitdem er zehn Jahre alt ist. Seine Auftritte führten ihn etwa nach Bolivien, Deutschland, Italien, Mexiko, Neuseeland, Peru, Rumänien, Russland, Spanien, Ukraine, Österreich und in die Vereinigten Staaten. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Nun wechselt er vom Staatsorchester Kassel als 1. Solo-Cellist zu den Symphonikern Hamburg.

Konzerte mit Eugene Lifschitz

Fensterbank: Brahms und Dvořák

7. Kammerkonzert

Fensterbank: Brahms und Dvořák

Laeiszhalle Hamburg

Pawel Kisza, Rumyana Yankova, Daniela Frank-Muntean, Eugene Lifschitz, Mariya Yankova, Frederik Virsik

So, 17.05.2020 11:00 Uhr
Auftakt mit Beethoven & Co

Martha Argerich Festival – Konzert 1

Auftakt mit Beethoven & Co

Laeiszhalle Hamburg

Martha Argerich, Sergei Nakariakov, Dong Hyek Lim, Stephen Kovacevich, Tedi Papavrami, Eugene Lifschitz, Alan Weiss, Iddo Bar-Shaï, Alexander Gurning, Koen Plaetinck

Sa, 20.06.2020 19:30 Uhr