Mihela Brecelj

2. Violine

Mihela Brecelj

Mihela Brecelj ist Mitglied in der Gruppe der 2. Geigen bei den Symphonikern Hamburg seit der Saison 14/15.

Als ich zwei Jahre alt war, waren wir mit dem Kindergarten in einer Musikschule, wo uns verschiedene Instrumente vorgestellt wurden. Laut der Erzählungen meiner Eltern kam ich begeistert nach Hause. Ich konnte das Wort Violine noch gar nicht richtig aussprechen – aber es verging danach kein Tag, an dem ich nicht bettelte, Violine zu lernen. Mit dreieinhalb Jahren erhielt ich dann endlich ein Instrument und Unterricht. Und heute weiß ich, wie wichtig es ist, dass wir bei den Symphonikern kleinen Kindern die Musik nahebringen. Man sieht es ja sofort: Sie sind so begeistert und machen immer ganz große Augen.

Aufgewachsen bin ich in Slowenien, ganz nah zu Italien. Obwohl ich schon sehr früh Wettbewerbe gewonnen habe und mir die Geige sehr viel bedeutet hat, hat mich mein ganzes Leben lang auch der sehnliche Wunsch, Ärztin zu werden, begleitet. Ich hatte großes Glück, dass ich als Jugendliche mit 14 Jahren im European Union Youth Orchestra vier Jahre lang als die jüngste Musikerin spielte. Wir hatten tolle Tourneen quer durch Europa und tolle Dirigenten wie Bernard Haitink, Paavo Järvi, Herbert Blomstedt und Claudio Abbado. Dort habe ich erstmals kennengelernt, wie gut ein Orchester klingen kann und wie viel Spaß ich dabei habe. So blieb ich der Musik treu. Übrigens finde ich es immer noch überraschend, dass auch meine Geschwister Musiker geworden sind, obwohl unsere Eltern damit nichts zu tun hatten. Mein Bruder lebt heute als Pianist in Paris, und meine Schwester studiert Violine in Graz. Manchmal spielen wir zusammen Kammermusik.

Mit 19 kam ich nach Berlin. Ich habe an der Universität der Künste Berlin mein Diplom und meinen Master gemacht und war auf der Walter-Stauffer-Akademie in Cremona bei Salvatore Accardo, der mich auch solistisch sehr gefördert hat. 2014 habe ich als Praktikantin bei den Symphonikern Hamburg begonnen und mich anschließend mit einem Probespiel auf eine feste Stelle beworben. Zum Glück hat es geklappt!

Jetzt wohne ich in Eimsbüttel und genieße es, in Hamburg zu sein. Hier ist es ruhiger und freundlicher als in Berlin. Zwar vermisse ich das Mittelmeer und die Weinberge meines Heimatlandes. Aber auch in Hamburg kann man gut leben, das kulturelle Angebot ist sehr vielfältig. Ich freue mich, dass die Elbphilharmonie eröffnet hat, ich mag den klaren Klang dort, auch wenn ich überzeugt bin, dass für das Publikum die warme Laeiszhalle angenehmer ist. Es ist der Traum eines jeden Musikers, in einem geschichtsträchtigem und wunderschönem Saal wie der Laeiszhalle zu spielen. Ich liebe den reinen Klang von Johann Sebastian Bach. Seine Musik ist immer eine sehr große Herausforderung für mich, da sie auf eine introvertierte Art sehr tiefgründig ist. Dafür braucht man Hingabe und Konzentration. Allgemein bin ich der Meinung, dass klassische Musik auch vom Zuhörer Konzentration und volle Aufmerksamkeit abverlangt, man kann sie nicht nebenbei hören.

Ich bin voller Vorfreude auf unseren neuen Chefdirigenten Sylvain Cambreling, der in der nächsten Saison anfängt. Als er im Oktober 2017 das erste Mal mit uns gearbeitet hat, war er sehr offen und herzlich. Man fühlte sofort eine Verbindung, sowohl musikalisch als auch menschlich. Die Chemie stimmte sofort. Seine Karriere ist wirklich beeindruckend. Ich blicke voller Zuversicht auf die neue Saison und spannende Projekte mit Herrn Cambreling und den Symphonikern. 

Werke