Philine Korkisch
Foto: J. Konrad Schmidt

Education-Mitarbeiterin

Philine Korkisch

Schon mit vier, fünf Jahren saß ich selbst in der ersten Reihe des Großen Saals der Laeiszhalle bei einem Kinderkonzert, neben mir meine schlafende Schwester, vor mir die Bühnenkante, darüber die Lackschuhe der Orchestermusiker. Auch wenn ich damals noch nicht viel sehen konnte, sind mir diese Konzerte als besondere Erlebnisse in Erinnerung geblieben. Heute bin ich vor allem meinen Eltern dankbar dafür, dass sie uns ermöglicht haben, diese Welt kennenzulernen. Ich möchte vielen Menschen dieselbe Chance geben.

Seit August arbeite ich daher in der Education-Abteilung der Symphoniker Hamburg. Zu meinen Aufgaben gehören die Organisation der beliebten HaSy-Konzerte, die Betreuung unserer Patenklasse, die Koordination des Projektes »Kunst vernetzt«, das wir mit der Kunsthalle zusammen durchführen, und der Social-media-Bereich. Es ist toll für mich zu erleben, dass die Musikvermittlung – nicht nur für Kinder und Jugendliche – schon ein wichtiger Teil der gesamten Orchesterarbeit ist. Musiker, Team und Dirigenten haben dafür ein ausgeprägtes Bewusstsein. Es erleichtert mir die Arbeit enorm, wenn zum Beispiel niemand mehr Sorge hat, dass Kinder in einer Probe zu sehr stören könnten. Und man kann sich kaum vorstellen, wie begeistert die kleinen Besucher sind, wenn sie im Großen Saal der Laeiszhalle sitzen und den Musikern bei der Arbeit zuschauen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Klassische Musik Spaß machen und berühren kann. Kindern und Jugendlichen diese Erfahrung zu ermöglichen, ist meine wichtigste Aufgabe als Musikvermittlerin. Aber auch sie müssen erst einmal die Gelegenheit bekommen, klassische Musik überhaupt kennenzulernen. Ohne einen Impuls von außen geht es nicht. Man muss sich einlassen, wenn man beispielsweise ein Instrument näher kennenlernen will. Oft reicht eine ganz reduzierte Form: Ein Musiker mit seinem Instrument in einer Kita-Gruppe. Oder eine Geschichte, die neugierig macht: »Ihr habt höchstens ein oder zwei Geschwister; Bach aber hatte ganz viele Kinder...« Das reicht. Bei den Jugendlichen versuche ich an die Lebenswelt der jungen Leute anzuknüpfen. »Was hat diese alte, verstaubte Musik mit mir heute zu tun?«

Mit sechs Jahren begann ich, Klavier zu spielen. Die Klarinette folgte, als ich 13 war. Nach dem Abitur an der Sophie-Barat-Schule absolvierte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Fachbereich Musik an der Universität Osnabrück. An der Universität Hildesheim schloss ich das Bachelor-Studium der »Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis« an und ging dann – zunächst als Praktikantin und später als Assistentin des Orchestermanagers – zum Gewandhausorchester Leipzig. Es war eine Elternzeitvertretung, die 2017 endete. Da ich mich immer mehr für das Thema Musikvermittlung interessierte, begann ich im Herbst 2017 das Masterstudium »Musikvermittlung – Musik im Kontext« an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Einmal in Österreich zog es mich weiter in die Hauptstadt, wo ich im Rahmen eines Praktikums die Musikvermittlung am Wiener Konzerthaus kennenlernen konnte.

Nun freue ich mich sehr, wieder in meiner Heimatstadt zu arbeiten. Zu Hause spiele ich immer noch gern Klavier und höre natürlich Musik: Johann Sebastian Bach ist für mich der Ursprung aller Musik, und Beethovens Symphonien gehen immer. Diese Vorlieben liegen wohl in meiner Leipziger Zeit begründet, in der ich den Thomanerchor sehr schätzen lernte, sowie Herbert Blomstedt begegnete, der mir Beethoven so wunderbar lebendig nahebrachte. Einer meiner musikalischen Träume ist es, das Cello spielen zu lernen. Vielleicht geht er ja noch in diesem Leben in Erfüllung.

Philine Korkisch ist Education-Mitarbeiterin bei den Symphonikern Hamburg seit 2018

Philine Korkisch, 1991 in Hamburg geboren, wuchs im Kreis Pinneberg auf und erhielt im Alter von sechs Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Mit dreizehn Jahren kam die Klarinette als zweites Instrument hinzu. Mit dem Besuch der Musikklasse an der Sophie-Barat-Schule Hamburg bekam die Musik einen festen Platz nicht nur im Schulalltag.

Nach dem Abitur absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Fachbereich Musik der Universität Osnabrück, wo sie bereits erste Erfahrungen in der Organisation und Durchführung von Konzerten und Kulturveranstaltungen sammeln konnte.

Danach stand fest: Musik sollte kein Hobby bleiben, sondern auch beruflich eine zentrale Rolle spielen.

Ihr Bachelorstudium der „Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis“ mit Hauptfach Musik und Nebenfach Literatur absolvierte Philine Korkisch an der Universität Hildesheim. Nebenbei sammelte sie erste Lehrtätigkeitserfahrungen als Klarinettenlehrerin an der Musikschule Hildesheim.

Ein Praktikumssemester ebnete den Weg zum Gewandhausorchester Leipzig, wo Philine Korkisch nach einem sechsmonatigen Praktikum 2014 als Assistentin des Orchestermanagers im Orchesterbüro (als Elternzeitvertretung) begann. Sie organisierte und begleitete die Tourneen des Gewandhausorchesters, war zuständig für die Zusammenarbeit des Orchesters mit dem Thomanerchor Leipzig und betreute die Mendelssohn-Orchesterakademie. Über drei Jahre konnte sie dadurch umfangreiche Erfahrungen im Bereich Orchestermanagement sammeln sowie Konzerthäuser und Kulturschaffende in ganz Europa kennenlernen.

Mit Auslaufen der Elternzeitvertretung in Leipzig entschied sie sich 2017 den beruflichen Fokus vom Orchester in Richtung Publikum zu verlagern und nahm das berufsbegleitende Masterstudium „Musikvermittlung – Musik im Kontext“ an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz auf.

Ein Praktikumsangebot führte sie an das Wiener Konzerthaus, wo sie ab Februar 2018 zahlreiche Erfahrungen in Musikvermittlungsprojekten, wie Kinder- und Schulkonzerten, Mitsingprojekten und Workshops für Jung und Alt sammeln konnte.

Seit August 2018 ist Philine Korkisch als Mitarbeiterin der Educationabteilung der Symphoniker Hamburg tätig.