Concerto grosso d-Moll RV 565

Antonio Vivaldi, geboren 1678 in Venedig, wurde in seiner Heimatstadt »Prete rosso« genannt, der »rote Priester« — wegen seiner flammend roten Haare. Über sein Leben ist nicht allzu viel bekannt, es gibt manche Legenden. Sicher ist aber wohl, dass er einer der bedeutenden Violinvirtuosen seiner Zeit war, er musizierte etwa in Wien und Amsterdam. Der Plan, seine Heimat Venedig zu verlassen, um am Wiener Hof eine Stelle zu erhalten, misslang jedoch. Vivaldi starb an der Donau 1741 in bitterer Armut. Vivaldis Konzerte haben eine klare Struktur als Basis: Ein eher langsamer Mittelsatz wird meist umrahmt von zwei schnelleren Sätzen. Igor Strawinsky ließ sich einmal zu einem spöttischen Bonmot hinreißen: Vivaldi habe dasselbe Konzert hunderte Mal komponiert. Das ist natürlich mindestens sehr vereinfacht dargestellt. (Auch die immer noch überaus populären und so vielseitigen »Vier Jahreszeiten« sind ja eigentlich vier Violinkonzerte.) Sein Concerto grosso in d-Moll, in dem typischerwseise zwei schnelle Allegro-Sätze einen langsamen Largo-Satz umrahmen, entstand spätestens 1711 und ist somit ein Musterexemplar des Barock. Die Besetzung ist mit zwei Violinen, Violoncello, Streichern und Basso continuo — also einer begleitenden Basslinie — ebenfalls traditionell. Spannend aber, wie Vivaldi die Stimmen polyphon gegeneinander setzt, mit akkordischen Zäsuren spielt und beispielsweise im zweiten Satz die Begleitung so behutsam wie nur möglich gestaltet.
Antonio Vivaldi
Antonio Vivaldi

Historie

25.12.2017 - Weihnachtskonzert

Adrian Iliescu Musikalische Leitung und Violine

Werke von Vivaldi, Bach, Elgar und Haydn