Klaviertrio

Leonard Bernstein war eine der prägenden Persönlichkeiten der Musikwelt des 20. Jahrhunderts. Besondere Verdienste erwarb er sich nicht nur durch herausragende Hinterlassenschaften als Komponist und Dirigent, sondern auch als Mittler zwischen den Welten: Als Sohn jüdisch-russischer Einwanderer in den USA aufgewachsen, nahm er verschiedenste Traditionen und vielfältige Einflüsse auf. Klassik und Jazz, Blues und jüdisch-osteuropäische Folklore, Neue und Alte Welt: Bernstein beherrschte viele dieser Einflüsse meisterlich. Das zeigt sich in seinem Œuvre, das neben geographischen Grenzen auch jene von Kunst- und Unterhaltungsmusik aufbrach und überwand.

Ein Feuerwerk an Ideen und zugleich eine frische Vermengung verschiedenster Ingredienzen und Stile zeigte sich bereits bei seinem Frühwerk, etwa in dem 1937 entstandenen Trio für Klavier, Violine und Cello, das er 19-jährig als Student der Harvard University schrieb. Der erste Satz zeigt kontrapunktische Themenverarbeitungen und prägnante Melodik, die fugal angelegt wird. Im marschartigen zweiten Satz spielt Bernstein mit Blue Notes und Einflüssen des Jazz und mischt diese mit »Gipsy-Music«: Eine befreiende, verblüffende, begeisternde Melange aus folkloristischer Lebenslust und jazzigem Understatement. Der dritte Satz baut diese Elemente nach einer artigen, das Thema des ersten Satzes aufgreifenden Einleitung schließlich aufeinander auf und führt sie nach überraschenden Motivwendungen und Wechselspielen in einer wahnwitzigen Coda zum überraschenden Abschluss.
Leonard Bernstein
Leonard Bernstein