Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Auch Ludwig van Beethoven war bekanntlich ein bedeutender Pianist seiner Zeit, legte aber schon früh eigene Werke vor. So war er erst Anfang 40, als 1813 bereits seine 7. Symphonie in Wien uraufgeführt wurde, und die Vorgänger waren gewiss keine zu vernachlässigenden Jugendsünden. Das in den Jahren 1811 und 1812 entstandene, etwa 40 Minuten lange und dem Grafen Moritz von Fries gewidmete Werk in A-Dur erhielt seinen inoffiziellen Untertitel »Apotheose des Tanzes« später von Richard Wagner. Kein Wunder, wenn man etwa das Hauptthema des ersten Satzes nimmt: Im 6/8-Takt bleiben die lustig hüpfenden Punktierungen lange im Ohr – die langsame Einleitung des Satzes ist da schon wieder fast vergessen. Und auch das »dolce« zu spielende 2. Thema, das deutlich romantischer daherkommt, vermag nicht die Oberhand zu gewinnen. Dieses Vivace ist wahrlich ein heiterer Start in die Symphonie. Beeindruckend, wie Beethoven daran anschließend den langsamen Satz (Allegretto) gestaltet: Aus einem nun wieder ziemlich schicksalshaften Hauptthema, das mit seinem beinahe stampfenden Grundgestus im 2/4-Takt lange nachhallt, entwickelt er eine großangelegte Steigerung, die erst von der Klarinette friedvoll durchbrochen wird. Allerdings bleibt der Trauermarsch-ähnliche Rhythmus des Hauptthemas weiterhin präsent. Der Satz endet dunkel.

An dritter Stelle erwartet uns ein Presto im 3/4-Takt, das mit seinem übermütigen Jadgtempo mitunter an den ersten Satz erinnert. Allerdings findet sich die eindrucksvollere Passage in der Mitte: Das ruhig gehaltene Trio hält erneut eine der nahezu unsterblichen Beethoven-Melodien bereit. Sie soll einem österreichischen Wallfahrtslied entlehnt sein und besticht vor allem durch die feine dynamische Gestaltung, durch das An- und Abschwellen der Liegetöne. Doch Beethoven geht es in seiner Siebten offenbar darum zu zeigen, dass er nicht nur Schicksal und Heldentum kann, sondern auch wilde Ausgelassenheit. Und so tanzt das Finale wieder wie auf einer Bauernhochzeit. Im 2/4-Takt wird konsequent die Zwei betont; ein Hin- und Herspringen der tanzenden Körper ist so programmiert. Dennoch bemerkenswert, wie Beethoven hier mit Motivbruchstücken die Durchführung gestaltet. Er ist und bleibt eben doch ein fast unerreichter Themenverarbeiter. Die Symphonie endet, wie es sich gehört, strahlend.
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven

Historie

14.12.2017 - Apotheose des Tanzes

Guy Braunstein Dirigent

Kirill Gerstein Klavier

Werke von Brahms, Suk und Beethoven