Symphonie Nr. 9 op. 125, mit dem Schlusschor „An die Freude“

Verehrtes Publikum, meine Damen und Herren, die ersten Takte von Ludwig van Beethovens 9. Symphonie sind mindestens überraschend, wenn nicht höchst merkwürdig. Wir hören nur zwei Töne, a und e. Über eine lange Zeitspanne hinweg lässt uns Beethoven im Unklaren, ob wir uns in Moll oder Dur bewegen. Denn in dieser Quinte, die Musikwissenschaftler gerne »leer« nennen, fehlt die Terz. Unwillkürlich fühlen wir uns in längst vergangene Welten versetzt. Eine solche leere Quinte klingt stets archaisch; das Intervall symbolisiert Natur in ihrer ursprünglichsten Form.

Kennen Sie den Wunsch, noch einmal an den Beginn von Allem zurückzukehren? Noch einmal zurück auf Los – zumal in bewegten, unübersichtlichen Zeiten wie den unseren. Die Aussicht auf ein Zurück zu mehr Demokratie und mehr Gerechtigkeit scheint mir Ende 2017 verlockend. Beethoven lädt uns zu einem Gedankenspiel ein: Wenn wir die Neunte auf uns einströmen lassen und »per aspera ad astra« (durch das Rauhe zu den Sternen) den Weg durch die vier Sätze zum allumfassenden Jubel des Schlusses mitgehen, spüren wir, was möglich ist. Doch ist das so einfach? Reicht es aus, den Resetknopf zu drücken? Und wo findet er sich im »echten« Leben eigentlich? Diese Fragen bleiben offen. Anspruch der Symphoniker Hamburg, die sich als »denkendes Orchester« verstehen, ist aber, musikalische Perspektiven aufzuzeigen. Denn wer Musik hört, kommuniziert anders. Ob Sie es wollen oder nicht, dieses Konzert verändert Sie: Sie befinden sich in einem Saal mit mehr als 2000 anderen Menschen, Sie widmen sich konzentriert und neugierig einem öffentlichen Ereignis, das nichts anderes ist als eine durchaus politische Demonstration. Wofür? Für eine besondere Form der Kommunikation und des Zusammen-Seins und für einen musikalischen Blick auf unsere bewegte Welt. Mit 60 Jahren schlagen die 1957 gegründeten Symphoniker Hamburg als Residenzorchester der Laeiszhalle derzeit ein neues Kapitel auf, schaffen in der von Musikern aus aller Welt geliebten Laeiszhalle ein echtes Hamburger Forum für Musik und denken Orchester neu. Diese vitale Rolle macht unser Orchester für viele hervorragende Künstler attraktiv. Mit ihnen lassen wir die Laeiszhalle zu einem Musikzentrum wachsen, das allen Menschen offen ist.

Mit den allerbesten Wünschen für das neue Jahr

Ihr Daniel Kühnel

Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven

Historie

31.12.2016 - Die Neunte

Dirigent: Rasmus Baumann

Sopran: Claudia Barainsky

01.01.2018 - Die Neunte

Beethoven Symphonie Nr. 9 mit dem Schlusschor "An die Freude"

Mit Stefan Soltesz, Claudia Barainsky, Ulrike Helzel, Brenden Gunnell, Egils Siliņš, Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor

Konzerte zu diesem Werk

Zwischen Staub und Sternen

2. Symphoniekonzert

Zwischen Staub und Sternen

Laeiszhalle Hamburg

Sylvain Cambreling, Emily Magee, Michaela Schuster, Sebastian Kohlhepp, Luca Pisaroni, EUROPA CHOR AKADMIE GÖRLITZ

Werke von Lachenmann, Beethoven und Schönberg

So, 21.10.2018 19:00 Uhr
»Ode an die Freude«

Beethovens »Neunte« zu Silvester

»Ode an die Freude«

Laeiszhalle Hamburg

Eivind Gullberg Jensen Dirigent

Lauren Fagan, Hannah Hipp, Audun Iversen, Laeiszhallen-Sonderprojekt-Chor, Joshard Daus

Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 von Beethoven

Mo, 31.12.2018 16:00 Uhr
»Ode an die Freude«

Beethovens »Neunte« zum Neujahrstag

»Ode an die Freude«

Laeiszhalle Hamburg

Eivind Gullberg Jensen Dirigent

Lauren Fagan, Hannah Hipp, Audun Iversen, Laeiszhallen-Sonderprojekt-Chor, Joshard Daus

Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 von Beethoven

Di, 01.01.2019 19:00 Uhr