Sonate C-Dur für Klavier zu vier Händen KV 521

Wolfgang Amadeus Mozart, bekanntlich selbst Pianist, schrieb noch in seiner Kindheit, in der er häufig mit seiner Schwester Maria Anna (Nannerl) zusammen musizierte, seine ersten vierhändigen Klaviersonaten – und schuf damit überaus bemerkenswerte Beiträge für eine noch recht junge Gattung.

Die C-Dur-Sonate schickte Mozart Ende Mai 1787 an seinen Freund Gottfried von Jacquin, Bruder einer seiner begabtesten Schülerinnen aus Wien: Franziska von Jacquin. Für sie hatte er das Werk komponiert. Er teilte ihm jedenfalls mit: »Die Sonate haben sie die Güte ihrer frl. Schwester nebst meiner Empfehlung zu geben; – sie möchte sich aber gleich darüber machen, denn sie seye etwas schwer.« In der Tat ist die Sonate ein für beide Spieler gleichermaßen virtuoses Werk, das in Form und Motivik die Nähe zu den späten Wiener Klavierkonzerten erkennen lässt. Der orchestrale Klang, der im vierhändigen Spiel aus den vielen Oktaven und der Vollgriffigkeit gewissermaßen von selbst entsteht, verbindet sich hier mit Solopassagen aller vier Hände zu einem Klavierkonzert im kammermusikalischen Rahmen.

Gleich der erste Satz, ein kraftvoll drängendes Allegro, beginnt mit einem »orchestralen« Unisono, dessen doppelt punktierter Rhythmus vorgeschrieben ist. Das Seitenthema, eine empfindsame Variante des Hauptthemas, verschafft nur eine kurze Atempause. Das Andante erinnert in den weichen Terzen und Sexten seines Themas an die Romanze aus der Kleinen Nachtmusik, die Mozart kurze Zeit später komponieren sollte. Die idyllische Stimmung bricht im Moll-Mittelteil dramatisch auf: Aufgewühlte Akkordbrechungen und kräftig absteigende Bassgänge begleiten eine klagende Melodie durch die Tonarten. Das Rondofinale gibt sich nur anfangs den Anstrich eines unschuldigen Tanzes im gemütlichen Tempo Allegretto. Im weiteren Verlauf wird der Gavotte-Rhythmus zunehmend von virtuosen Läufen überlagert. Im a-Moll-Mittelteil kommt es zu einem Dialog der Duopartner in hoher und tiefer Lage. Den Schluss hat Mozart ausdrücklich »Coda« genannt, da er dem Thema eine völlig neue, kadenzartig virtuose Steigerung verleiht, bevor sich die beiden Spieler mit chromatischen Triolen davonstehlen.

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Mi, 26.06.2019 19:30 Uhr