Ton Koopmann mit weißem Hemd, Jackett und roter Krawatte.
Foto: Foppe Schut

2. Morgen Musik

Albrecht Mayer | Ton Koopman

Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

Johann Sebastian Bach Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068

Wolfgang Amadeus Mozart Oboenkonzert C-Dur KV 314

Wolfgang Amadeus Mozart Serenade Nr. 6 D-Dur KV 239 – »Serenata notturna«

Joseph Haydn Symphonie Nr. 98 B-Dur Hob. I:98

Ton Koopman Dirigent

Albrecht Mayer Oboe

Kann etwas alt sein, das lebendig klingt? Und historisch, wenn es uns heute noch bewegt? Diese Matinee lässt vermeintlich vertraute Musik in neuem Licht erscheinen: glasklar, energiegeladen, gegenwärtig. Vier Werke aus dem 18. Jahrhundert, komponiert zwischen höfischer Festlichkeit und aufgeklärtem Esprit, stehen im Zentrum dieses Konzerts – und mit ihnen zwei außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten, die für lebendige Authentizität stehen: der große Stilbildner der Alten Musik Ton Koopman, der sein Debüt bei den Symphonikern gibt, und Albrecht Mayer, der vielleicht prominenteste Oboist unserer Zeit.

Sein untrügliches Gespür für Struktur, Farbe und Affekt haben Ton Koopmann zu einer Ikone der historischen Aufführungspraxis gemacht. Für ihn ist Musik kein musealer Schatz, sondern gelebter Ausdruck, der sich immer wieder neu erfinden darf. In dieser Haltung trifft er auf einen kongenialen Partner: Albrecht Mayer, Solist der Berliner Philharmoniker, der mit seinem leuchtenden, gesanglichen Ton das Oboenkonzert C-Dur von Mozart in allen Facetten durchdringt, mit Charme, Leichtigkeit und innerer Tiefe.

Den Auftakt zum Programm macht allerdings Bachs im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts entstandene Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur, in deren vier Sätzen barocke Pracht und tänzerische Eleganz aufeinandertreffen. Der bekannte zweite Satz, Air, hat bis heute in seiner schwebenden Zeitlosigkeit nichts von seiner Wirkung verloren.

Den zweiten Konzertteil eröffnet Mozart: Seine 1776 für den Salzburger Karneval entstandene »Serenata notturna« ist ein musikalisches Nachtstück im wörtlichen Sinn: hell funkelnd, gespickt mit Überraschungen, mal höfisch, mal ironisch. Anschließend bringt Haydns Symphonie Nr. 98, komponiert während seines ersten England-Aufenthalts 1791/92, das klassische Formdenken auf den Punkt – mit Witz, Klarheit und jener durchdringenden Emotionalität, die sein Spätwerk auszeichnet.

Musik, die heute noch berührt und energetisiert wie vor 250 Jahren, in einer Matinee, die nicht nur ein Konzert ist, sondern eine musikalische Zeitreise, die Brücken schlägt zwischen Jahrhunderten – und zeigt, wie unvergänglich Musik sein kann, wenn sie mit Liebe, Können und Neugier auf die Bühne gebracht wird. 

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