Giuseppe Gibboni, weithin anerkannt als eines der außergewöhnlichsten Talente seiner Generation, besticht durch brillante Technik, emotionale Tiefe und beeindruckende interpretatorische Reife. Im Oktober 2021 zog er internationale Aufmerksamkeit auf sich, als er den 1. Preis beim 56. »Premio Paganini« in Genua gewann – zudem mit Publikumspreis und zwei Sonderpreisen für die besten Interpretationen von Paganinis Capricen und Konzert. Er war der erste italienische Geiger seit 24 Jahren, der diesen angesehenen Wettbewerb für sich entschied.
Geboren in eine Musikerfamilie, begann er sehr früh mit dem Violinspiel unter Anleitung seines Vaters, Daniele Gibboni. Am Konservatorium »Giuseppe Martucci« in Salerno schloss er mit Auszeichnung ab – unter der Leitung von Maestro Maurizio Aiello – und fiel rasch durch seine natürliche Virtuosität auf. Mit 14 Jahren wurde er an die Stauffer Academy in Cremona aufgenommen, wo er bei Salvatore Accardo studierte; später setzte er seine Ausbildung an der Accademia Chigiana in Siena fort, wo er das Diplom mit Auszeichnung erhielt. Weitere Studien führten ihn zur Perosi Academy in Biella zu Pavel Berman und an die Universität Mozarteum in Salzburg zu Pierre Amoyal.
Sein Sieg beim Paganini-Wettbewerb eröffnete eine rapide internationale Karriere. Er arbeitete mit einigen der weltweit renommiertesten Orchester zusammen, darunter die Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Lorenzo Viotti, das Detroit Symphony Orchestra mit Jader Bignamini, das Maggio Musicale Fiorentino Orchestra unter Zubin Mehta sowie das RAI National Symphony Orchestra. Mit Letzterem brachte er in Italien das Violin-Konzert von Wynton Marsalis zur Uraufführung – eng mit dem Komponisten und unter dem Dirigat von John Axelrod.
Sein Repertoire reicht von großen Konzerten der Romantik bis hin zu zeitgenössischen Werken – ein Beleg für seine bemerkenswerte Vielseitigkeit und künstlerische Neugier. In der laufenden Saison debütierte er unter Maestro Riccardo Muti beim Eröffnungskonzert des Ravenna Festivals. Weitere bedeutende Engagements führten ihn zum Atlanta Symphony Orchestra, der Filarmonica della Scala unter Michele Mariotti, der Tokyo Philharmonic in Dubai, dem Beijing Symphony Orchestra und zum Seoul Arts Center. In Triest spielte er Busonis Violinkonzert zum Gedenken an den hundertsten Todestag des Komponisten. Zudem tourte er durch die USA mit dem Teatro Carlo Felice aus Genua und führte Paganinis 1. Violinkonzert unter Donato Renzetti auf – mit demselben Dirigenten sang er auch Tschaikowskys Violinkonzert in Mailand mit dem Orchester »Pomeriggi Musicali«.
Als geförderter Künstler der Nippon Foundation spielt Giuseppe Gibboni auf der Stradivari »Jupiter« von 1722, die ihm von der Stiftung geliehen ist, auf der Stradivari »Lam – Ex Scotland University« von 1734, großzügig bereitgestellt durch die CCI Foundation of New York, und außerdem auf einem modernen Instrument von Luiz.
Werke von Rachmaninow, Prokofjew, Shor u. a.
Sonderkammerkonzert
Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal