Von Miriam Holzapfel
Der Musikraum vibriert. Die Jungs und Mädchen der Klasse 7c an der Stadtteilschule Meiendorf (bei MovINg Music stellvertretend für den Norden Hamburgs) bringen viel Energie mit zum zweiten Treffen mit Michael Zlanabitnig, der von den Musikern Silvia Rozas und Andrea Mereu von den Symphonikern Hamburg begleitet wird. „Ach Gottchen“, seufzt die begleitende Lehrkraft. Die Jugendlichen sind 13 oder 14 Jahre alt – eben nicht das beste Alter, um Stillsitzen zu praktizieren. Und doch gelingt es, gemeinsam in ein Gespräch zu kommen.
Musik spielt eine wichtige Rolle in der Klasse, fast alle haben schon ein Instrument gespielt, viele Flöte, manche Klavier, Tahir hat sogar schon eine Tuba ausprobiert. Und Kilian weiß, dass man in eine Querflöte im perfekten Winkel blasen muss – und dass das sehr schwer ist. „Ist ja toll, dass Sie so viel über Musik wissen – aber kennen Sie auch Rapper?“ fragt Onur. HipHop war bereits beim ersten Treffen ein Thema. Ein paar der Jungs erinnern sich, dass dieser Musikstil ursprünglich aus New York kommt – aber wie hieß das Viertel noch gleich? Broadway? Manhattan? Nein, der HipHop kommt aus der Bronx! Aber warum Bronx, wenn auch Hamburg-Meiendorf gute Themen liefert? Der HipHop, den Daniel am liebsten hört, kommt aus Deutschland: „Deutschrap, ey!“. Er hat selbst schon ein Stück geschrieben und sogar online gestellt. Der Refrain war aber noch nicht ganz perfekt, deshalb hat er das Lied wieder aus dem Internet genommen und noch einmal verbessert. Seine Freunde fangen sofort an, den Text zu zitieren. Den Rapper Gzuz von 187 Straßenbande aus Hamburg würden sie gerne einmal treffen. „Was würdet ihr ihn denn dann fragen?“ – „Alles!“.
