Foto: Dan Hannen

Götterfunken und Feuerwärme: » – Wie ich!«

Zwischen göttlichem Geistesblitz und inspirierter Kreativität, zwischen Neuschöpfung und Widerhall, zwischen Innovation und Variation: Das Programm der Saison 2026/2027 bei den Symphonikern Hamburg ist geleitet vom Gedanken über die stete Schöpfung und Entwicklung von Welt durch musikalische Kultur. Ausgangspunkt ist die mythische Figur des Prometheus, der dem Menschen wider göttlichen Willen das Feuer brachte und somit den Grundstein für alle kulturelle Entwicklung legte. Entsprechend ist die Saison übertitelt mit » — Wie ich!«, ein Zitat aus Goethes Gedicht über ebendiesen trotzig handelnden Titan. Viele der Konzertprogramme stehen im Zeichen des permanenten Wandels in der Kultur in seinen unterschiedlichen Formen, von Barock und Klassik über Romantik und Moderne bis hin zur zeitgenössischen Musik. Die beiden Jubilare Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven sind besonders prominent im Programm vertreten und werden durch Besetzungen oder weitere Werke in neue Zusammenhänge gestellt. Beispielsweise erklingt Mozarts Klarinettenkonzert auf der Viola, und Beethovens drittes Klavierkonzert wird eingeleitet mit »subito con forza« – komponiert von Unsuk Chin zum 250. Geburtstag Beethoven.

Intendant Daniel Kühnel freut sich nicht nur auf spannende Debüts am Pult – mit unter anderem Anna Rakitina, Miguel Sepúlveda, Jack Sheen, Ryan Wigglesworth und Tianyi Lu –, auf Wiederkehrer – darunter Nicolas Ellis und Paweł Kapuła, die ihre Debüts mit dem Laeiszhalle Orchester in der laufenden oder der vorangegangen Saison gegeben haben –, sowie auf bekannte Namen wie David Afkham, Andris Poga, Bernard Labadie und Ton Koopman.

Die Reihe der Solist:innen ist 2026/2027 vielfältig und hochkarätig: Neben herausragenden Sänger:innen – darunter Jennifer Holloway, Julia Lezhneva, Alexander Roslavets, Sandrine Piau und Krassimira Stoyanova – begrüßen die Symphoniker unter anderem Martha Argerich, Khatia Buniatishvili, Szymon Nehring, Marc-André Hamelin, Sara Davis Buechner und Boris Giltburg am Klavier, Edgar Moreau und Jing Zhao am Cello und die Violinist:innen Benjamin Beilman und Liya Petrova. Für ein Sonderkonzert in der Elbphilharmonie ist der Posaunist Nils Landgren zu Gast.

Gewohnt präsent und abwechslungsreich gestaltet sich das Education-Programm, an dem nicht nur die Symphoniker Hamburg mitwirken, sondern auch die Kika-Moderator:innen Singa Gätgens und Juri Tetzlaff sowie Schauspielerin Melanie Weirather. Neben den populären Hasi-, Märchen- und Kinderkonzerten in der Laeiszhalle konzipieren Leiterin Johanna Franz und ihr Team mit den Symphonikern nicht nur Konzerte und Veranstaltungen rund um den Konzertbesuch für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Altersstufen, sondern bieten unter dem Titel »Symphonische Brücken« auch spezielle Konzerte für Demenzkranke in Pflegeeinrichtungen an.

Mit ihren 25 großen symphonischen Konzertprogrammen gestalten die Symphoniker Hamburg als Residenzorchester der Laeiszhalle drei Konzertreihen im Großen Saal, die auch im Abonnement buchbar sind: Die klassischen Symphoniekonzerte am Sonntagabend mit zehn Programmen, die »Morgen Musik«-Konzerte am Sonntagvormittag mit vier Terminen sowie die »VielHarmonie« am Donnerstagabend mit fünf Ausgaben. Weiterhin gestalten sie Sonderkonzerte in der Laeiszhalle und in der Elbphilharmonie, darunter neben Weihnachts- und Jahreswechselkonzert auch das beliebte Filmkonzert. Darüber hinaus gibt es die Kammerkonzert-Reihe im Kleinen Saal der Laeiszhalle sowie die beliebten Lunchkonzerte im dortigen Brahms-Foyer.

Zusammen mit Chefdirigent Sylvain Cambreling begrüßt das Laeiszhalle Orchester dazu Solist:innen von Weltrang wie Khatia Buniatishvili, Marc-André Hamelin, Julia Lezhneva, Edgar Moreau, Szymon Nehring, Krassimira Stoyanova, Nils Landgren und Martha Argerich. Unter den Gastdirigent:innen finden sich David Afkham, Nicolas Ellis, Ryan Wigglesworth, Ton Koopman, Bernard Labadie, Tianyi Lu, Andris Poga, Anna Rakitina und Miguel Sepúlveda.

Höhepunkte

Chefdirigent Sylvain Cambreling dirigiert insgesamt acht symphonische Konzerte einschließlich eines Sonderkonzertes in der Elbphilharmonie, bei dem neben Gershwins Klavierkonzert auch das Mozart-Requiem mit einem neu komponierten Werk von Fabrizio Cassol anstelle der üblichen Fassungen des Schlusses zu erleben sein wird. Er eröffnet die Saison mit Auszügen aus Beethovens Ballettmusik »Die Geschöpfe des Prometheus«, den »Wesendonck-Liedern« von Richard Wagner mit Jennifer Holloway als Solistin und Hans Zenders »Schumann-Phantasie«, einer komponierten Interpretation von Robert Schumanns ekstatischer Klavierfantasie. In weiteren Konzerten präsentiert er mit den Symphonikern unter anderem ein reines Mozart-Programm mit Bratschist und Jeffrey-Tate-Preis-Gewinner Timothy Ridout als Solisten im berühmten Klarinettenkonzert, Auszüge aus Tschaikowskys »Der Nussknacker« in Kombination mit Scelsis »Quattro pezzi su una nota sola«, Tschaikowskys erstes Klavierkonzert mit Khatia Buniatishvili als Solistin beim traditionellen Haspa Neujahrskonzert, Brahms’ Violinkonzert mit Shootingstar Benjamin Beilman sowie ein Konzert mit der Sopranistin Sandrine Piau mit Werken von unter anderem Boesmans und Mozart. Und natürlich dürfen die traditionellen Sonderkonzerte zu Weihnachten und Neujahr nicht fehlen. Bei beiden steht in dieser Saison Beethoven auf dem Programm – die Leitung von Beethovens Neunter zum Jahreswechsel übernimmt in diesem Jahr Alexander Briger. Ein weiteres Highlight ist ein Sonderkonzert in der Elbphilharmonie mit Nils Landgren, das Kurt Weill gewidmet ist.

Statements

Chefdirigent Sylvain Cambreling: »Mit den Konzertprogrammen, die wir 2026/2027 – dem 69. Jahr des Bestehens der Symphoniker – gemeinsam präsentieren werden, möchten wir Bezüge, Kontraste und Entwicklungen hörbar machen. Dabei steht Vertrautes neben Neuem, das Original neben der Variation, die ursprüngliche Inspiration neben der Hommage. Darunter sind zahlreiche Werke von Mozart und Beethoven, deren 270. Geburtstag bzw. 200. Todestag wir 2026/2027 begehen. Wir möchten das Publikum einladen, gemeinsam mit uns zu entdecken, wie sich kulturelle Entwicklung durch die Jahrhunderte an der Musik voller Genuss, voller Fragen, voller Sehnsucht und voller Hingabe ablesen lässt.«

Intendant Daniel Kühnel: »Fast 70 Spielzeiten haben die Symphoniker Hamburg in der Laeiszhalle und darüber hinaus bereits gestaltet. Dabei stellen wir uns jedes Mal der Herausforderung, unserem Publikum mit unseren Konzerten neue Perspektiven zu eröffnen, vertrauten wie unbekannten Werken der Musikliteratur neues Leben einzuhauchen und sie in lebendigen Zusammenstellungen für Sie zum Atmen zu bringen. Die Saison 2026/2027 steht im Zeichen der Erneuerung der Laeiszhalle und ihrer Wiedererfindung als Konzertort ersten Rangs in und für Hamburg.«