Geigerin Barbara Hefele mit Instrument vor blauem Hintergrund.
Foto: Dan Hannen

2. Kammerkonzert

Harmonie und Dissonanz

Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal

Barbara Hefele, Yiju Seo, Makrouhi Hagel und Katharina Ivanova Violinen

Timon Knötzele und Kamil Berkay Olgun Viola

Theresia Rosendorfer Violoncello

João Vargas Kontrabass

Erwin Schulhoff Fünf Stücke für Streichquartett

Wolfgang Amadeus Mozart Streichquartett Nr. 19 C-Dur KV 465 – »Dissonanzenquartett«

Max Bruch Oktett B-Dur

Wir zelebrieren die stilistische Vielfalt des Streicherrepertoires von der Wiener Klassik über die Roaring Twenties bis hin zur weltumspannenden Romantik! Den Auftakt bilden dabei Erwin Schulhoffs Fünf Stücke für Streichquartett. Die 1924 entstandene Sammlung spiegelt den pulsierenden Zeitgeist der 1920er-Jahre wider: Mit frecher Ironie, sprühender Energie und Einflüssen aus Jazz sowie rhythmisch prägnanten Tänzen wie Tango und Tarantella bricht Schulhoff gekonnt mit traditionellen Formen und sorgt für einen hochspannenden Auftakt.

Es folgt ein Meilenstein der klassischen Kammermusik: Mozarts Streichquartett Nr. 19 in C-Dur, allgemein bekannt als »Dissonanzenquartett«. Der berühmte Name rührt von den kühnen, harmonisch schwebenden Takten der Einleitung her, die bis heute durch ihre klangliche Wagnis faszinieren. Was so geheimnisvoll und fast modern beginnt, löst sich rasch in strahlende Klarheit, meisterhaften Kontrapunkt und reine klassische Eleganz auf – ein Meisterwerk im Dialog der vier Streichinstrumente.

Den krönenden Abschluss bildet ein Spätwerk Max Bruchs: das Streicher-Oktett in B-Dur. Geschrieben für vier Violinen, zwei Violen, Violoncello und Kontrabass, entfaltet das Werk eine fast symphonische Klangfülle. Bruch bleibt seiner unverwechselbaren, romantischen Sprache treu und verwebt blühende Melodielinien mit sattem, warmem Sound. Eine mitreißende Woge aus Leidenschaft und Klangpracht entlässt das Publikum so beschwingt in den Tag.