Von Miriam Holzapfel
Im Haus im Park steht die Arbeit an der Stimme im Vordergrund: Die TeilnehmerInnen, die Freitag abends in Bergedorf zusammen kommen, haben verschiedene musikalische Hintergründe und Vorbildungen und natürlich unterschiedliche Erwartungshaltungen an das Projekt – aber singen wollen sie alle. Wohlan. Gemeinsam loten die SängerInnen aus, was sich mit der eigenen Stimme so anfangen lässt, in welche Höhen man sie schicken kann und wie tief sie herab zu steigen im Stande ist. Wie vertraut und wie fremd der eigene Klang wirken kann, wie überraschend es ist, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten. Wie sich Stimme im Körper stützen lässt und ob und wie Musik sich gestisch darstellen lässt. Anhand des Liedes "Schweige und höre" probiert die Gruppe verschiedene Dynamiken aus, eine Teilnehmerin dirigiert spontan und aus dem Bauch heraus: „Ein tolles Gefühl“. Ein anderer Teilnehmer probiert das ebenfalls aus, die Gruppe singt entlang seiner Gesten, man versteht sich, jenseits von etablierten Taktmustern. Als Michael Zlanabitnig ihn fragt, ob er schon einmal dirigiert habe, lacht er: „Ach nein. Höchstens mal meine Frau vielleicht“. Jedenfalls – es funktioniert. Auch das gemeinsame Singen von "Dona nobis pacem", das alle kennen. Beinahe ist es, als singe sich das Lied von allein.
