3. Symphoniekonzert
David Afkham Dirigent
Lukáš Vondráček Klavier
Unsuk Chin »subito con forza« für Orchester
Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37
*** Pause ***
Johannes Brahms Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68
Beethoven als Maßstab, Herausforderung und Ausgangspunkt: Im Großen Saal der Laeiszhalle begegnen sich drei Werke, die auf ganz unterschiedliche Weise um die Frage kreisen, wie man mit einem übermächtigen Vorbild umgeht. David Afkham führt die Symphoniker Hamburg durch ein Programm voller Energie, Spannung und musikalischer Widerstände, das einen Bogen über zwei Jahrhunderte spannt – von Unsuk Chins zeitgenössischer Klangsprache über Beethovens dramatisches Klavierkonzert bis zu Brahms’ großer erster Symphonie.
Den Auftakt macht Unsuk Chins »subito con forza«, das 2020 im Auftrag des Bonner Beethoven-Hauses zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens entstand. Schon der Titel – »plötzlich mit Kraft« – verweist auf eine Musik der jähen Impulse, scharfen Kontraste und überraschenden Wendungen. Chin greift damit eine für Beethoven charakteristische musikalische Geste auf und übersetzt sie in eine Musik, die mit großer Präzision und eruptiver Kraft eigene Wege sucht.
Im Klavierkonzert Nr. 3 stellt sich der Pianist Lukáš Vondráček einer der anspruchsvollsten Partien des klassischen Klavierrepertoires. Beethoven zeigt sich hier von seiner dramatischen Seite: Das c-Moll-Konzert bringt Spannung und Dunkelheit, zugleich verlangt das Werk von den Solist:innen höchste Virtuosität und musikalische Gestaltungskraft. Symphoniker-Debütant Vondráček, international gefeiert für seine expressive und zugleich souveräne Spielweise, begegnet diesem Konzert nicht nur als Virtuosenstück, sondern als musikalischem Dialog zwischen Solo und Orchester.
Nach der Pause steht Johannes Brahms’ Erste Symphonie auf dem Programm – und damit ein Werk, das wie kaum ein anderes von der Auseinandersetzung mit Beethoven geprägt ist. Brahms wusste um die Größe seines Vorgängers und rang lange mit der eigenen symphonischen Sprache. Seine Erste ist deshalb nicht einfach eine Fortsetzung der Beethoven-Tradition, sondern ein selbstbewusster Versuch, sich aus ihrem Schatten zu lösen. Die Bezüge zu Beethoven sind spürbar, doch Brahms findet darin zunehmend seine eigene Stimme: konzentriert, kraftvoll und von einer tiefen inneren Spannung getragen.
Dirigent David Afkham hält diese unterschiedlichen Energien zusammen und macht die Verbindungen zwischen den Werken hörbar. Ein Konzert über Vorbilder und Aufbruch, über musikalische Tradition und Erneuerung – und über die ungebrochene Strahlkraft Beethovens.
Einführungsveranstaltung 60 Minuten vor diesem Konzert findet eine Einführung in das Programm statt. Der Eintritt ist für Konzertbesucher:innen frei! Die Einführungsveranstaltung findet im Studio E der Laeiszhalle (Zugang über den Künstlereingang) statt und dauert etwa 30 Minuten.