Salomonische Sinnlichkeit
Foto: Hideki Shiozawa

Salomonische Sinnlichkeit

Han-Na Chang und Mischa Maisky

Elbphilharmonie, Großer Saal
Di, 05.03.2024 20:00 Uhr

Sonderkonzert

»Götterwert und Wörterglück« – Spielzeit-Essay von Alexander Meier-Dörzenbach.

Han-Na Chang Dirigentin

Mischa Maisky Violoncello

Richard Strauss Don Juan op. 20

Ernest Bloch Schelomo – Hebräische Rhapsodie für Violoncello und Orchester

Sergei Prokofjew Symphonie Nr. 5 B-Dur op. 100

Das Konzert eröffnet mit Richard Strauss’ »Don Juan«, einer sinfonischen Dichtung voller Leidenschaft und Dramatik. In seinen »Dramatischen Szenen« schuf Nikolaus Lenau 1844 einen Helden, der sich als eigenverantwortliches Individuum über Dekadenz und Prüderie der Gesellschaft erhebt und – in unstillbarer Sehnsucht von einer Frau zur anderen getrieben – nach der Inkarnation der Frau an sich sucht. Gut 40 Jahre später wurde die Figur des Don Juan für Strauss durch eben diese Eigenschaften zum Repräsentanten des modernen Künstlers und damit – zum Gegner geistiger Verhärtung, der seinen Weg im »unbehindert selbstständigen Schaffen« geht.

Es folgt »Schelomo – Hebräische Rhapsodie für Violoncello und Orchester« von Ernest Bloch. Das Werk ist eine Hommage an das Alte Testament und zeichnet sich durch eine außergewöhnliche musikalische Schönheit und eine emotional bewegende Solostimme aus.

Den Höhepunkt des Abends bildet Sergei Prokofjews beeindruckende Symphonie Nr. 5 B-Dur op. 100. Das Werk zeigt Prokofjews tiefes Verständnis für das menschliche Drama und die menschliche Seele. Mit seinen kraftvollen Rhythmen und melodischen Linien, die von der Tiefe der Streicher und dem Glanz der Bläser begleitet werden, ist diese Symphonie ein unvergessliches Erlebnis.

»Die Fünfte Symphonie spiegelt seine abgeschlossene innere Reife und seinen Rückblick«, schreibt Swjatoslaw Richter, der die denkwürdige Moskauer Uraufführung am 13. Januar 1945 unter Prokofjews Leitung miterleben dürfte. »Er sieht von der Höhe auf sein Leben herab und auf alles, was war. Etwas Olympisches liegt darin.«

Hubertus Wald Stiftung

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